Google Cloud hat am 15. Juni 2026 eine offene Spezifikation namens Open Knowledge Format vorgestellt, wie heise online berichtet. Das Format soll festlegen, wie Kontextwissen für KI-Systeme strukturiert und zwischen unterschiedlichen Tools ausgetauscht wird, ohne dass Entwicklerinnen und Entwickler sich an einen einzelnen Anbieter binden müssen.
Markdown-Dateien mit YAML-Frontmatter
Im Kern besteht das Open Knowledge Format aus Verzeichnissen mit Markdown-Dateien, die per YAML-Frontmatter Metadaten wie Typ, Titel, Beschreibung und Tags tragen. Jede Datei bildet dabei genau ein Konzept ab, etwa eine Datenbanktabelle, eine API, eine Kennzahl oder ein Runbook. Über normale Markdown-Links lassen sich die Dateien untereinander verknüpfen, sodass daraus ein durchsuchbarer Wissensgraph entsteht. Verpflichtend ist laut Spezifikation nur das Feld für den Typ, alle weiteren Metadaten bleiben frei anpassbar.
Gegen den Wildwuchs proprietärer Formate
Bislang griffen Teams für den gleichen Zweck auf ähnliche, aber untereinander inkompatible Lösungen zurück, etwa lose Sammlungen von Markdown-Dateien, eigene Metadaten-Repositories oder Konfigurationsdateien einzelner Agenten-Frameworks. Solches Wissen ließ sich zwischen verschiedenen KI-Systemen kaum wiederverwenden. Das Open Knowledge Format ist laut Google Cloud bewusst anbieterunabhängig gestaltet und funktioniert unabhängig von Cloud-Anbieter, Datenbank oder KI-Framework.
Version 0.1 mit Referenzimplementierungen
Zum Start veröffentlichte Google Cloud Version 0.1 der Spezifikation zusammen mit Beispielimplementierungen, darunter ein Anreicherungs-Agent für BigQuery und ein statischer HTML-Viewer für Knowledge-Dateien. Spezifikation und Beispiele liegen offen auf GitHub. Für Studios, die eigene KI-Agenten und Tools für die Gameentwicklung bauen, liefert das Format damit eine gemeinsame Basis für Projektwissen, ähnlich wie sich bereits Engines wie die Unreal Engine über Schnittstellen für KI-Modelle öffnen.
