Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützt zehn Gamesprojekte mit insgesamt 602.944,34 Euro. Der Vergabeausschuss entschied am 14. Juli 2026 über die Mittel. Die geförderten Studios und Unternehmen sitzen in Köln, Düsseldorf, Bergisch Gladbach, Gelsenkirchen, Bochum und Stolberg.
Die Runde deckt mehrere Produktionsstufen ab. Bellfrost von Laserbread erhält mit 191.978,88 Euro die höchste Einzelförderung. Der Roguelike-City-Builder verbindet den Bau einer Stadt mit Brettspielmechaniken und der Erkundung einer düsteren, eisbedeckten Fantasywelt. Dully&Dax bekommt 100.000 Euro für die narrative Wichtel-App „Jeppe & Oswald“, die auf einer Kinderbuch-IP basiert und als internationale Koproduktion entstehen soll.
Horror, Ermittlungen und VR
Mit „In Hope Voiden“ unterstützt die Stiftung ein First-Person-Survival-Horror von Stilbruch Games aus Stolberg mit 83.215,46 Euro. Das Spiel führt in eine surreale Kriegszone und setzt auf eine Figur mit nur einem Leben. GoraGames aus Köln entwickelt mit „Steinenbrück / Stonebridge“ ein Horror-Adventure in der Unreal Engine 5. Für das Projekt in einer verlassenen Bergbausiedlung stehen 26.750 Euro bereit.
Weitere 50.000 Euro fließen in „The Silence Between“ von Fantastic Foe. Das episodische Verhörspiel konzentriert sich auf das Befragen von Verdächtigen, die Auswertung von Hinweisen und das Erkennen von Lügen. „MicroMacro: Missing Links“ von Soft Boiled Games erweitert das Wimmelbild- und Ermittlungsprinzip der bekannten Reihe um ein Evidence Board und erhält ebenfalls 50.000 Euro.
Von Location-Based Entertainment bis Multiplayer
Für den Location-Based-Entertainment-Markt entwickelt Holocafe Franchise das kooperative VR-Kochspiel „Ramen Chef“. Bis zu vier Personen arbeiten darin gemeinsam in einer virtuellen Ramenküche, die Förderung beträgt 24.000 Euro. Playground Pigeon erhält 12.000 Euro für das cosy game „Shepherd’s Glade“, während Smithereens von Pascal Pieper und Mare Holzapfel mit 15.000 Euro für ein Puzzle-Crafting-Konzept unterstützt wird.
Mit „Zero World: Varnish of Civilisation“ fördert die Stiftung außerdem ein Multiplayer-Survival-Strategiespiel von kgi aus Bochum mit 50.000 Euro. Handel, Kooperation und soziale Manipulation gehören dort zum Spielsystem. Ein instrumentalisierter Newsfeed macht den Umgang mit Gerüchten und Informationen zu einem Teil der Überlebensmechanik.
Förderung entlang der Produktionskette
Die Vergabe reicht damit von der frühen Konzeptphase bis zum Vertical Slice. Für die beteiligten Teams kann die Förderung Prototyping, Personal und externe Produktionsleistungen absichern, bevor Umsätze oder ein Publishing-Vertrag feststehen. Eine frühere Games-Förderrunde der Film- und Medienstiftung NRW zeigt, wie das Land Produktions- und Frühphasenförderung über mehrere Vergaben hinweg kombiniert.
