Nintendo schließt die eShops von 3DS und Wii U: Ende des Kaufzugangs zu hunderten Klassikern

Nintendo hat den Verkauf digitaler Inhalte in den Nintendo eShops für Wii U und die Nintendo-3DS-Systemfamilie endgültig eingestellt. Wie das Unternehmen in seinem offiziellen Support-Dokument bestätigt, ist seit dem 27. März 2023 um 17:00 Uhr Pacific Time kein Kauf neuer Software, kostenpflichtiger Zusatzinhalte oder das Herunterladen kostenloser Demos mehr möglich. Betroffen sind sämtliche digital vertriebenen Titel beider Plattformen, darunter zahlreiche Spiele, die ausschließlich über den eShop angeboten wurden und keine physische Entsprechung besitzen.

Damit verschwindet eine umfangreiche digitale Bibliothek aus dem legalen Verkauf. Dazu zählen Virtual-Console-Umsetzungen klassischer Titel von NES, SNES, Game Boy Advance und weiteren Systemen sowie eine Vielzahl von Indie-Produktionen, die ihren Vertriebsweg primär oder ausschließlich über die digitalen Storefronts fanden. Auch kostenpflichtige Funktionen in Anwendungen wie StreetPass Mii Plaza, dem Theme Shop, Nintendo Badge Arcade und Pokémon Bank auf dem 3DS sowie Pässe in Titeln wie Wii Sports Club auf der Wii U lassen sich nicht mehr erwerben. Ergänzend lief am 3. April 2023 die Möglichkeit aus, Download-Codes in den betroffenen eShops einzulösen. Eine vergleichbare Abschaltung kennt auch die Xbox-Welt aus der Schließung des Xbox-360-Marktplatzes.

Re-Download bleibt vorerst erhalten

Nintendo stellt klar, dass bereits erworbene Inhalte weiterhin verfügbar bleiben. Nach Angaben des Unternehmens ist es auch nach dem 27. März 2023 und auf absehbare Zeit möglich, gekaufte Spiele und Zusatzinhalte erneut herunterzuladen sowie Software-Updates zu beziehen. Eine Ausnahme bilden Demo-Versionen. Sie lassen sich nach dem Kaufende nicht mehr neu laden, selbst wenn sie zuvor bereits installiert waren. Der Zugang zu vormals gekauften Titeln hängt damit an der fortbestehenden Betriebsbereitschaft der Download-Server, deren Laufzeit Nintendo nicht datiert festlegt.

Zäsur für die Spielepreservation

Für die Spielearchivierung markiert die Schließung einen einschneidenden Punkt. Titel, die nie physisch erschienen, sind nach dem Kaufende nicht mehr regulär zu erwerben und stehen Neukunden nicht länger zur Verfügung. Da Re-Downloads an die Server-Verfügbarkeit und an bestehende Konten gebunden sind, gewinnt der Besitz lokal vorgehaltener, offizieller Datensicherungen an Bedeutung. Wie fragil dieser Zugang werden kann, sobald Server oder Login-Dienste wegfallen, zeigt der Fall der Windows-8-Spiele mit Xbox-Live-Anbindung. Die Formulierung des Konzerns, der Re-Download bleibe auf absehbare Zeit möglich, lässt einen späteren Abschalttermin offen und verschiebt die Verantwortung für den dauerhaften Zugriff faktisch auf die Eigentümer der Hardware. Die Debatte um den Erhalt digital vertriebener Software und um den Stellenwert offizieller Backups bekommt damit zusätzliche Relevanz.

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