Nintendo hat im Financial Results Explanatory Material zum am 31. März 2024 abgeschlossenen Geschäftsjahr am 7. Mai 2024 berichtet, dass der Absatz der Switch-Familie um 12,6 Prozent auf 15,70 Millionen Einheiten zurückgegangen ist. Im Vorjahr standen noch 17,97 Millionen Einheiten zu Buche. Nach sieben Jahren am Markt bleibt der Rückgang moderat. Auffällig ist die Verschiebung innerhalb des Hardware-Mix: Die teurere OLED-Variante hat sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend behauptet, während Standardmodell und Lite deutlich nachgaben.
Aufgeschlüsselt nach Modellen entfielen auf das Nintendo Switch OLED Model 9,32 Millionen Einheiten, ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber 9,22 Millionen im Vorjahr. Das Standardmodell Nintendo Switch brach um 37,1 Prozent auf 3,86 Millionen Einheiten ein, nach zuvor 6,14 Millionen. Die Nintendo Switch Lite gab um 3,7 Prozent auf 2,52 Millionen Einheiten nach. Damit stellt die OLED-Variante allein knapp 59 Prozent des gesamten Hardware-Absatzes, während ihr Anteil im Vorjahr noch bei rund 51 Prozent lag.
Hardware-Mix verschiebt sich zugunsten der höherpreisigen OLED-Variante
Die Mix-Verschiebung wirkt sich direkt auf die Konzernzahlen aus. Der Nettoumsatz stieg im Geschäftsjahr um 4,4 Prozent auf 1.671,8 Milliarden Yen, das operative Ergebnis um 4,9 Prozent auf 528,9 Milliarden Yen. Im Segment der dedizierten Spieleplattform legte der Umsatz trotz rückläufiger Stückzahlen bei Hardware und Software um 1,5 Prozent auf 1.567,8 Milliarden Yen zu. Nintendo führt das neben der anhaltenden Yen-Abwertung ausdrücklich auf den gestiegenen Anteil des OLED Model mit seinem höheren Stückpreis sowie auf wachsende Erlöse aus Zusatzinhalten zurück, die nicht in den Software-Stückzahlen erfasst werden.
Im Verhältnis sank der Hardware-Anteil am Plattformumsatz von 45,6 auf 43,6 Prozent. Der Anteil der First-Party-Software kletterte von 79,1 auf 81,2 Prozent, der digitale Umsatzanteil von 48,2 auf 50,2 Prozent. Daraus ergibt sich der Anstieg der Bruttomarge um 1,8 Prozentpunkte auf 57,1 Prozent. Für eine Plattform im Spätlebenszyklus ist das eine ungewöhnliche Konstellation: Sinkende Hardware-Volumina werden durch einen profitableren Produkt- und Erlösmix aufgefangen.
Software trägt die Plattform, Tears of the Kingdom führt mit 20,61 Mio. Einheiten
Der Software-Absatz ging um 6,7 Prozent auf 199,67 Millionen Einheiten zurück und fiel damit deutlich weniger stark als die Hardware. Getragen wurde das Geschäft von den Neuveröffentlichungen des Geschäftsjahres. The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom erreichte kumuliert 20,61 Millionen Einheiten und liegt damit klar an der Spitze, gefolgt von Super Mario Bros. Wonder mit 13,44 Millionen Einheiten. Mario Kart 8 Deluxe steuerte 8,18 Millionen und Nintendo Switch Sports 3,51 Millionen Einheiten bei. Insgesamt zählte Nintendo 31 Millionenseller im Geschäftsjahr, darunter 20 eigene Titel und 11 von Drittanbietern.
Für das laufende Geschäftsjahr bis zum 31. März 2025 prognostiziert Nintendo einen weiteren Rückgang auf 13,50 Millionen Hardware-Einheiten und 165,00 Millionen Software-Einheiten. Der Konzern verweist darauf, dass die Switch ins achte Jahr seit Markteinführung eintritt und sich das bisherige Verkaufstempo schwer halten lässt. Die Strategie zielt darauf, die Nutzerbindung hochzuhalten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten die Annual Playing Users mit dem höchsten Wert seit dem Start der Plattform ihren bisherigen Bestwert, was die installierte Basis als Grundlage für das Software- und Zusatzinhaltegeschäft stützt.
