Nintendo hat am 7. Mai 2024 die Konzernzahlen für das am 31. März 2024 beendete Geschäftsjahr vorgelegt. Für eine Plattform, die längst in die Jahre gekommen ist, fällt das Bild bemerkenswert stabil aus. Der Konzernumsatz stieg um 4,4 Prozent auf 1.671,8 Mrd. Yen, der operative Gewinn legte um 4,9 Prozent auf 528,9 Mrd. Yen zu. Die kumulierte Stückzahl verkaufter Nintendo-Switch-Hardware erreichte zum Stichtag 141,32 Mio. Einheiten. Die Konsole nähert sich damit dem siebten Jahr seit ihrer Markteinführung.
Die Gewinnentwicklung übertraf die Umsatzdynamik deutlich. Der ordentliche Gewinn kletterte um 13,2 Prozent auf 680,4 Mrd. Yen, der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn um 13,4 Prozent auf 490,6 Mrd. Yen. Die operative Marge blieb mit 31,6 Prozent nahezu unverändert. Getragen wurde das Ergebnis von der Wechselkursentwicklung. Die Abwertung des Yen erhöhte den Umsatz um 94,4 Mrd. Yen und den operativen Gewinn um rund 35,0 Mrd. Yen. Der durchschnittliche Kurs lag bei 144,52 Yen je US-Dollar und 156,73 Yen je Euro.
Rückläufige Stückzahlen, höherwertiger Mix
Im Kerngeschäft der dedizierten Spieleplattform stieg der Umsatz trotz sinkender Absatzmengen um 1,5 Prozent auf 1.567,8 Mrd. Yen. Der Hardware-Sell-In der gesamten Switch-Familie fiel um 12,6 Prozent auf 15,70 Mio. Einheiten. Auf die einzelnen Modelle entfielen 3,86 Mio. Stück des Standardmodells, 9,32 Mio. Einheiten des OLED-Modells und 2,52 Mio. Switch Lite. Auffällig war die Verschiebung im Produktmix: Das höherpreisige OLED-Modell legte als einzige Variante um 1,1 Prozent zu und stützte den Durchschnittspreis. Der Software-Absatz sank um 6,7 Prozent auf 199,67 Mio. Einheiten, wobei 31 Titel die Millionenmarke überschritten.
Strukturell verschob sich das Geschäft zugunsten margenstärkerer Erlöse. Der Anteil der Hardware am Plattformumsatz sank um 2,0 Punkte auf 43,6 Prozent, während der Anteil der Erstanbieter-Software um 2,1 Punkte auf 81,2 Prozent zulegte. Der Digitalanteil überschritt erstmals die Schwelle von 50 Prozent und erreichte mit Digitalerlösen von 443,3 Mrd. Yen einen Höchstwert. In der Folge stieg die Bruttomarge um 1,8 Punkte auf 57,1 Prozent. Die Zahl der jährlich aktiven Spieler lag mit über 123 Mio. auf dem höchsten Stand seit Markteinführung.
Ein alternder Plattformzyklus
Sinkende Hardware-Mengen wurden durch Preis- und Mix-Effekte sowie durch wachsende digitale Erlöse aufgefangen, sodass Umsatz und Gewinn trotz der nachlassenden Stückzahlen wuchsen. Die Installationsbasis von 141,32 Mio. Geräten bildet das Fundament für ein zunehmend software- und servicegetriebenes Geschäft. Eine vergleichbare Verschiebung weg vom reinen Hardware-Verkauf zeigt sich auch bei der Konkurrenz: Microsoft begründete den jüngsten Rückgang des Xbox-Hardwareumsatzes ebenfalls mit dem Bedeutungsgewinn von Spielen und Diensten.
Der Ausblick auf das Geschäftsjahr bis März 2025 macht die Zäsur kenntlich. Nintendo prognostiziert einen Umsatzrückgang um 19,3 Prozent auf 1.350,0 Mrd. Yen und einen operativen Gewinn von 400,0 Mrd. Yen, ein Minus von 24,4 Prozent. Für die Switch-Hardware wird ein Absatz von 13,50 Mio. Einheiten erwartet. Der Konzern verwies darauf, dass die Plattform in ihr achtes Jahr eingetreten ist und die bisherige Verkaufsdynamik kaum zu halten sein dürfte. Die Bilanz markiert den Übergang von einer Wachstums- in eine Reifephase kurz vor dem Start der Nachfolgergeneration. Wie sehr eine solche Verlagerung hin zu Plattform und Software die ganze Branche prägt, lässt sich auch bei anderen Herstellern beobachten.
