Microsoft hat am 19. November 2008 die als New Xbox Experience (NXE) bezeichnete Systemaktualisierung an alle Xbox-360-Konsolen ausgeliefert. Das kostenlose Update warf die bisherige Blades-Oberfläche über Bord und stellte die Bedienung auf ein komplett neues Menuesystem um. Gezeigt hatte Microsoft die NXE bereits im Sommer 2008 auf der E3 in Los Angeles. Zur neuen Oberfläche kamen zwei größere Funktionen hinzu: personalisierbare Avatare als digitale Stellvertreter im Xbox-Live-Netzwerk und eine Anwendung, mit der sich Inhalte des Anbieters Netflix streamen liessen.
Kacheln statt Blades und Spiele auf die Festplatte
Aus den schwenkbaren Blades wurde mit dem Update eine kachelbasierte Navigation. Auch der Xbox Guide bekam eine Überarbeitung und liess sich nun nutzen, um installierte Spiele direkt von dort aus zu starten. Technisch interessant war vor allem eine andere Neuerung: Ein kompletter Spieldatenträger liess sich auf die Festplatte der Xbox 360 kopieren. Laut der Dokumentation zur Funktion verkuerzt das die Ladezeiten und macht das Laufwerk im Betrieb deutlich leiser, weil die Disc während des Spielens nicht mehr dauernd ausgelesen wird. Dazu kam Unterstützung für das Seitenverhältnis 16:10 bei Verbindungen über VGA oder HDMI.
Pflicht-Avatare und Netflix mit Gold-Bindung
Bei den Avataren liessen sich Koerperform, Geschlecht, Gesichtsmerkmale, Frisur, Kleidung und Accessoires anpassen. Wer Xbox Live nutzen wollte, kam um die Erstellung eines solchen Avatars nicht herum, sie war Pflicht. Am selben Tag ging die Netflix-Anwendung auf dem Dashboard an den Start. Sie streamte Filme und Serien in Standardqualität und in 720p direkt aus der Netflix-Instant-Queue, vorausgesetzt, man hatte ein Netflix-Unlimited-Abonnement und eine Xbox-Live-Gold-Mitgliedschaft. An Gold gekoppelt blieb das Streaming bis Juni 2014. Dann hob Microsoft die Gold-Pflicht für Anwendungen wie Netflix wieder auf.