Netflix hat am 18. April 2018 Titus als quelloffene Containerplattform veröffentlicht. Das System verwaltet containerisierte Batch-Jobs und Dienste und verbindet die Ausführung mit der AWS-Infrastruktur des Streamingunternehmens.
Titus entstand seit 2015 aus Netflix’ Bedarf an einer Plattform, die unterschiedliche Lastprofile auf einer gemeinsamen Umgebung ausführen kann. Dazu gehören laut der Ankündigung Streaming, Empfehlungen, maschinelles Lernen, Big Data, Content-Encoding, Studio-Technik und interne Entwicklungswerkzeuge. Im April 2018 startete Netflix nach eigenen Angaben bis zu drei Millionen Container pro Woche.
Titus verbindet Mesos, AWS und Container-Ausführung
Die Plattform baut auf Apache Mesos auf und nutzt dessen Ressourcenmodell für CPU, Arbeitsspeicher und weitere Vorgaben. Der frühere Docker-Beitrag zur Verbindung von Entwicklung und Betrieb beschrieb bereits, wie Container reproduzierbare Abläufe zwischen Entwicklungs- und Betriebsumgebung ermöglichen. Titus ergänzt diesen Ansatz um einen Netflix-spezifischen Scheduler, Agents und Schnittstellen für AWS-Dienste.
Netflix veröffentlichte den Quellcode des Titus-Control-Plane-Projekts auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz. Die offizielle Titus-Dokumentation beschreibt Titus Master, Titus Gateway und Titus Agents als zentrale Komponenten. Jobs werden als Spezifikationen eingereicht, anschließend auf verfügbaren Hosts eingeplant und von Agents als Container gestartet.
Für Spieleproduktionen ist der Ansatz vor allem bei automatisierten Builds, Tests, Datenverarbeitung und internen Diensten interessant. Titus war nicht als Spielewerkzeug entwickelt worden, zeigt aber, wie Studios Containerisierung für wiederholbare technische Abläufe und große verteilte Arbeitslasten nutzen können.

