Microsoft hat am 15. Mai 2024 seinen Environmental Sustainability Report 2024 veröffentlicht. Darin räumt der Konzern ein, dass seine Treibhausgasemissionen gegenüber der 2020 gesetzten Basislinie um 29,1 Prozent gestiegen sind, wie zuvor auch Bloomberg berichtete. Damit rückt das selbst gesteckte Ziel, bis 2030 klimanegativ zu werden, spürbar in weitere Ferne.
Während die direkten Emissionen aus eigenem Betrieb und eingekaufter Energie (Scope 1 und 2) um 6,3 Prozent sanken, kletterten die indirekten Emissionen der Lieferkette (Scope 3) um 30,9 Prozent. Als Hauptursache nennt Microsoft den Bau neuer Rechenzentren sowie den darin verbauten Beton, Stahl und die Halbleiter. Im Bericht heißt es zu neuen Technologien wie generativer KI wörtlich: „the infrastructure and electricity needed for these technologies create new challenges“ für die eigenen Klimaziele.
Rechenzentren für Copilot und GPT-Modelle treiben den Ausbau
Der Ausbau der Cloud- und KI-Infrastruktur für Dienste wie Copilot und die in Azure OpenAI Service gehosteten GPT-Modelle verlangt nach immer mehr neuen Rechenzentren. Genau dieser Bauboom treibt laut Bericht den Anstieg bei Scope 3 an. Microsoft selbst betont weiterhin am Ziel festzuhalten, bis 2030 mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen als auszustoßen, räumt aber ein, dass dies „nicht in jedem Bereich“ gelingt.
Der steigende Strombedarf der KI-Infrastruktur betrifft auch die Cloud, auf der Microsofts Gaming-Dienste laufen. Bereits im September 2024 hatte Microsoft mit der Reaktivierung des Kernreaktors Three Mile Island reagiert, um den wachsenden Energiebedarf von Rechenzentren, die unter anderem xCloud versorgen, mit CO2-freiem Strom zu decken. An anderer Stelle hat Xbox eigene Fortschritte bei der Energieeffizienz seiner Konsolen gemeldet, die aber die konzernweite Entwicklung im Cloud- und KI-Geschäft nicht ausgleichen.
