Microsoft hat im Rahmen der Geschäftszahlen für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2025 (Quartal endend am 30. Juni 2025) eine bemerkenswerte Verschiebung in der Plattformstrategie offengelegt. Konzernchef Satya Nadella erklärte in seinen Ausführungen, dass das Unternehmen im Quartal zum größten Publisher sowohl auf Xbox als auch auf der PlayStation aufgestiegen ist. Als Treiber dieser Entwicklung nannte Nadella ausdrücklich die erfolgreichen Veröffentlichungen von Forza Horizon 5 und The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered.
Damit verlagert sich der Schwerpunkt der Wachstumserzählung im Gaming-Geschäft. Bislang stand die prozentuale Entwicklung der Xbox-Content-und-Services-Sparte im Vordergrund, die im vierten Quartal um 13 Prozent zulegte. Die Aussage zur Publisher-Position auf einer Konkurrenzplattform ist eine eigenständige wirtschaftliche Botschaft. Der Konzern adressiert Konsolenbesitzer unabhängig vom Hardware-Ökosystem und verwertet eigene Marken plattformübergreifend, ein Kurs, der sich schon zuvor in der Multiplattform-Strategie rund um Microsoft Flight Simulator und Halo abgezeichnet hatte.
Multiplattform-Verwertung als eigenständiges Geschäftsfeld
Die Position als größter Publisher auf der PlayStation bezieht sich auf das Quartal und nicht auf eine dauerhafte Rangfolge. Sie steht im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit zuvor exklusiver Titel auf Sonys Konsole. Forza Horizon 5 erschien im laufenden Quartal für die PlayStation 5, ebenso das in Zusammenarbeit mit Bethesda und Virtuos entstandene Oblivion Remastered. Die Strategie, ausgewählte First-Party-Titel auf konkurrierende Systeme zu bringen, bekommt damit erstmals eine marktführende Verkaufsposition als Beleg.
Wirtschaftlich verschiebt sich dadurch der adressierbare Markt für Microsofts Spielesoftware deutlich über die installierte Basis der eigenen Konsolen hinaus. Nadella verwies zudem auf 500 Millionen monatlich aktive Nutzer über Plattformen und Geräte hinweg sowie auf die Stärke der Call-of-Duty-Reihe und rekordverdächtige Nutzungszahlen bei Minecraft. Parallel sank der Xbox-Hardwareumsatz im Quartal um 25 Prozent. Die Software- und Serviceverwertung wiegt damit schwerer als das reine Konsolengeschäft.
Gaming-Jahresumsatz und Game-Pass-Erlöse
Auf Jahressicht legte der Gaming-Umsatz nach Angaben von Microsoft um zwei Milliarden US-Dollar beziehungsweise neun Prozent zu und erreichte erstmals rund 23,5 Milliarden US-Dollar für das gesamte Fiskaljahr 2025. Getragen wurde das Wachstum von der Xbox-Content-und-Services-Sparte, teilweise gedämpft durch den Rückgang im Hardwaregeschäft. Im vierten Quartal allein erhöhte sich der Gaming-Umsatz ebenfalls um neun Prozent.
Ein weiterer Datenpunkt betrifft das Abomodell. Der Jahresumsatz von Xbox Game Pass lag laut Nadella erstmals bei knapp fünf Milliarden US-Dollar. Wachsende Service-Erlöse, plattformübergreifende Software-Verwertung und die Integration des Activision-Blizzard-Katalogs ergeben zusammen das Bild eines Geschäftsfelds, das zunehmend von wiederkehrenden Einnahmen und Reichweite über Fremdplattformen lebt. Dass die Übernahme von Activision Blizzard das Xbox-Geschäft gestützt haben soll, passt zu diesem Befund. Die offiziellen Angaben finden sich in den Investor-Relations-Unterlagen zum vierten Quartal des Fiskaljahres 2025.
