Microsoft veröffentlicht Simplygon 10: Quad-Reducer und offizielles Unreal-Engine-5-Plugin

Microsoft hat seine LOD- und Optimierungs-Middleware Simplygon am 27. Juni 2022 in der Version 10 veröffentlicht. Im Zentrum der Aktualisierung steht ein neuer Quad-Reducer, der quadbasierte Meshes reduziert und das Ergebnis weiterhin als Quad-Topologie ausgibt. Damit adressiert das zur Microsoft-Sparte gehörende Werkzeug einen Anwendungsfall, der bei nahen Detailstufen und bei der Erzeugung von LOD-Zero über mehrere Zielplattformen hinweg eine saubere Geometrie voraussetzt. Begleitend führt Simplygon 10 einen Modular-Seams-Optimizer ein. Er verarbeitet modulare Assets so, dass Nahtstellen über zusammengesetzte Teile hinweg konsistent optimiert werden und keine sichtbaren Risse zwischen den Modulen entstehen.

Quad-Reducer und Modular-Seams-Optimizer

Klassische Reduzierungsverfahren überführen eine Geometrie üblicherweise in Dreiecke. Der neue Quad-Reducer in Simplygon 10 behält dagegen die Quad-Struktur bei und gibt ein Mesh aus, das erneut aus Quads besteht. Laut Hersteller eignet sich das Verfahren insbesondere für nahe Detailstufen sowie für die Generierung der höchsten Detailstufe, wenn ein Asset für mehrere Plattformen vorbereitet wird. Der Quad-Reducer steht über die API zur Verfügung; eine Anbindung in den Integrationen für Maya und 3ds Max ist Teil des Funktionsumfangs. Der ergänzende Modular-Seams-Optimizer richtet sich an Pipelines, die mit baukastenartig zusammengesetzten Inhalten arbeiten, und stellt sicher, dass identische Nahtkanten in allen Teilen gleich behandelt werden.

UE5-Plugin als SDK-Bestandteil und Betrieb in Windows-Containern

Das Plugin für die Unreal Engine 5 war zuvor als frühe Vorabversion verfügbar und wird mit Simplygon 10 offizieller Bestandteil des SDK. Damit erreicht die UE5-Integration den Funktionsumfang der bestehenden Anbindung an die Unreal Engine 4. Für automatisierte Pipelines relevant ist zudem die Möglichkeit, das SDK headless in Windows-basierten Containern auszuführen. In Umgebungen ohne verfügbare GPU greift Simplygon dabei auf die CPU zurück, was den Einsatz in Cloud-Workflows ohne dedizierte Grafikhardware ermöglicht. Ergänzend führt Microsoft einen semi-offline Lizenztyp ein, der die Lizenzprüfung zwischenspeichert und so mit unzuverlässigen Verbindungen in automatisierten Abläufen umgehen kann. Bestehende Lizenzschlüssel der Version 9 funktionieren mit Simplygon 10 nicht mehr.

Die Angaben basieren auf der offiziellen Quelle.

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