Microsoft FY24 Q4: Xbox Content & Services legt um 61 Prozent zu, Activision treibt Gaming-Sparte

Microsoft hat am 30. Juli 2024 die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2024 vorgelegt. Die Erlöse aus Xbox Content & Services wuchsen demnach um 61 Prozent. Den Nettoeffekt der Activision-Blizzard-Übernahme beziffert der Konzern auf 58 Prozentpunkte dieses Anstiegs. Das Sparten-Plus stammt also fast vollständig aus der zugekauften Spielesoftware und den dazugehörigen Diensten, kaum aus organischem Wachstum des bestehenden Xbox-Geschäfts.

Auf Konzernebene meldet Microsoft für das am 30. Juni 2024 beendete Quartal einen Umsatz von 64,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (16 Prozent in konstanter Währung). Das operative Ergebnis stieg um 15 Prozent auf 27,9 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn um 10 Prozent auf 22,0 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 2,95 US-Dollar nach 2,69 US-Dollar im Vorjahr.

Wie viel vom Gaming-Plus wirklich auf Activision zurückgeht

Rechnet man die genannten 58 Prozentpunkte aus der Activision-Akquisition heraus, bleiben vom Zuwachs bei Xbox Content & Services rund drei Prozentpunkte übrig, die nicht auf die Übernahme entfallen. Den Kauf von Activision Blizzard hatte Microsoft im Oktober 2023 abgeschlossen. Das vierte FY24-Quartal ist damit das dritte volle Quartal, in dem Erlöse aus Titeln wie Call of Duty und den mobilen Marken von King konsolidiert einfließen. Die Konsolidierung hebt die ausgewiesenen Inhaltsumsätze entsprechend an, in den Vorjahreswerten fehlten diese Beiträge noch.

Das Hardwaregeschäft lief in die andere Richtung. Der Posten Devices-Umsatz, der in der Sparte More Personal Computing auch Surface enthält, sank um 11 Prozent (minus 9 Prozent in konstanter Währung). Eine eigene Wachstumszahl für Xbox-Hardware nennt die Pressemitteilung nicht, der rückläufige Devices-Wert spricht aber für anhaltenden Druck im Endgerätesegment. Der Auftrieb in der Spielesparte kommt also vom Software- und Servicegeschäft, der Konsolenverkauf trägt nichts dazu bei.

More Personal Computing und der Blick aufs Cloud-Geschäft

Die Sparte More Personal Computing, in der das Xbox-Geschäft geführt wird, kam auf einen Umsatz von 15,9 Milliarden US-Dollar und legte um 14 Prozent zu (15 Prozent in konstanter Währung). Innerhalb der Sparte stieg der Windows-Umsatz um 7 Prozent, die Werbeerlöse aus Suche und News ohne Traffic-Acquisition-Kosten um 19 Prozent. Der Activision-getriebene Sprung bei Xbox Content & Services zählt zu den wichtigsten Treibern des Sparten-Plus.

Den größten Wachstumsbeitrag liefert weiterhin die Cloud. Finanzvorständin Amy Hood nannte einen Microsoft-Cloud-Umsatz von 36,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Konzernchef Satya Nadella rückte die Plattformstrategie und die KI-Ausrichtung nach vorn. Für die Spielesparte heißt das: Wer die operative Dynamik beurteilen will, muss den ausgewiesenen Wachstumssprung bei Xbox Content & Services um den Konsolidierungseffekt bereinigen. Die vollständige Mitteilung ist als Form 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC zu finden.

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