Microsoft hat am 25. Januar 2022 die Geschäftszahlen für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2022 vorgelegt, das zum 31. Dezember 2021 endete. Der Konzern verbuchte einen Gesamtumsatz von 51,7 Milliarden US-Dollar, 20 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis kletterte um 24 Prozent auf 22,2 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn um 21 Prozent auf 18,8 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 2,48 US-Dollar, ein Plus von 22 Prozent. Aus dem Gaming-Bereich nannte Microsoft eine Zahl, die in der Redaktion für Gesprächsstoff sorgte: über 25 Millionen Abonnenten beim Spieledienst Game Pass.
Xbox-Umsätze plus 10 Prozent, Windows als Zugpferd
Das für die Spielesparte maßgebliche Segment More Personal Computing kam auf 17,5 Milliarden US-Dollar und wuchs um 15 Prozent. Innerhalb dieses Segments legte der Umsatz mit Xbox-Inhalten und -Diensten um 10 Prozent zu. Das Earnings Release schlüsselt die Wachstumsbeiträge einzeln auf: Windows OEM plus 25 Prozent, Windows Commercial Products und Cloud Services plus 13 Prozent, Search and News Advertising ohne Traffic Acquisition Costs plus 32 Prozent, Surface plus 8 Prozent. Die größten Treiber im Berichtsquartal kamen also aus dem Windows- und Werbegeschäft, der Zuwachs bei Xbox-Inhalten und -Diensten bewegte sich in einem ohnehin wachsenden Endkundengeschäft.
Die 25-Millionen-Marke beim Game Pass fiel in eine Phase, in der Microsoft den Dienst als gemeinsame Klammer über Konsole, PC und Cloud-Streaming aufstellte. Es war der damals zuletzt kommunizierte Stand. Zeitlich lag er dicht an der wenige Tage zuvor angekündigten geplanten Übernahme von Activision Blizzard, die das Inhalteangebot des Dienstes vergrößern sollte. Wie die Spielergemeinde solche Schritte begleitet, zeigte sich kurz darauf, als die Xbox-Community kostenlose Online-Multiplayer-Funktionen und weitere Wünsche lautstark einforderte.
Cloud treibt den Konzern, Gaming verschiebt sich Richtung Abos
Auf Konzernebene kam das Wachstum vor allem aus dem Cloud-Geschäft. Das Segment Intelligent Cloud erzielte 18,3 Milliarden US-Dollar Umsatz, dazu kam der Bereich Productivity and Business Processes als dritter Segmentblock. Der Umsatz mit Microsoft-Cloud-Produkten und -Diensten stieg um 13 Prozent, Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen um 46 Prozent. An die Anteilseigner zahlte Microsoft im Berichtszeitraum 10,9 Milliarden US-Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden aus, 9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Fürs Gaming-Geschäft zeigen die Zahlen eine fortgesetzte Verschiebung hin zu wiederkehrenden Erlösen aus Inhalten und Diensten. Das Plus von 10 Prozent bei Xbox-Inhalten und -Diensten sowie die Abonnentenzahl beim Game Pass sind die beiden Werte, an denen Microsoft die Spielesparte misst. Die vollständige Aufschlüsselung der Segment- und Konzernkennzahlen steht im Earnings Release zur 8-K-Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC, zu finden unter dem in diesem Beitrag verlinkten Dokument.