Microsoft hat am 25. Mai 2022 im Build 2022 Book of News die Intelligent Data Platform vorgestellt und mehrere Updates für seine Datenbankprodukte angekündigt. Die Plattform soll Datenbanken, Analytik und Governance stärker miteinander verzahnen und Unternehmen von manueller Datenintegration entlasten, damit mehr Zeit für die eigentliche Wertschöpfung bleibt. Die konkreten Neuerungen stecken vor allem in den einzelnen Produkten: SQL Server 2022, Azure Cosmos DB und der Azure-SQL-Datenbank.
SQL Server 2022 rückt näher an Azure heran
Der SQL Server 2022, der zum Zeitpunkt der Ankündigung als Preview verfügbar ist, verspricht laut Microsoft mehr Azure-Integration, mehr Performance, mehr Sicherheit und höhere Verfügbarkeit als alle Vorgängerversionen. Die Datenbank lässt sich nun mit dem Governance-Dienst Purview verbinden, um tiefere Einblicke in Datenbestände zu erhalten. Für Notfälle bringt SQL Server 2022 eine Disaster-Recovery-Anbindung an eine Azure SQL Managed Instance mit, zusätzlich sollen sogenannte No-ETL-Connections den direkten Weg in Cloud-Analytics-Dienste ohne separaten Extract-Transform-Load-Schritt ermöglichen.
Azure Cosmos DB zielt stärker auf Enterprise-Lasten
Bei der NoSQL-Datenbank Azure Cosmos DB legt Microsofts Azure-Angebot den Schwerpunkt auf Funktionen für unternehmenskritische Anwendungen. In der Preview-Version stehen neue Burst-Kapazitäten und mehr Elastizität bereit, die bei Lastspitzen hohe Performance liefern sollen, ohne das Budget zu sprengen. Konkret wächst die serverlose Kapazität auf 1 Terabyte, hinzu kommen hierarchische Partitionsschlüssel sowie ein gemeinsamer Durchsatz über mehrere Datenbankpartitionen hinweg.
Neue Bindings und ein fälschungssicheres Ledger für Azure SQL
Auch die Azure-SQL-Datenbank bekommt im Preview-Stadium neue Werkzeuge für die Cloud-Entwicklung. Die bislang nur für C# verfügbaren Bindings gibt es jetzt zusätzlich für Python und JavaScript, wodurch Zugriffe auf Azure SQL nicht mehr fest im Code verankert werden müssen. Neue JSON-Konstruktoren und Verbesserungen an der Funktion ISJSON erlauben es, JSON-Dokumente zu validieren oder SQL-Daten direkt in JSON umzuwandeln. Eine lokale Entwicklungsumgebung erlaubt es zudem, Änderungen von dort später in die Hauptdatenbank zu übernehmen. Bereits allgemein verfügbar ist das Ledger-Feature der Azure-SQL-Datenbank, das über kryptografische Verifizierung manipulationssichere Funktionen für zentralisierte Datenspeicher bereitstellt.
Für die Versionsdetails ist außerdem die offizielle Übersicht zu SQL Server 2022 relevant. Sie führt die Neuerungen bei Integration, Sicherheit und Verfügbarkeit getrennt nach Version auf.
