Microsoft hat am 1. Oktober 2025 das Microsoft Agent Framework als quelloffenes SDK und Laufzeitumgebung vorgestellt. Das Projekt bringt die beiden bisher getrennten Entwicklungslinien AutoGen und Semantic Kernel auf eine gemeinsame Basis. Sie deckt den Bau, die Orchestrierung und den Betrieb agentischer KI-Anwendungen ab. Der Start lief als Public Preview unter der MIT-Lizenz auf GitHub. Dazu kamen Dokumentation, Codebeispiele und Module auf Microsoft Learn. Unterstützt werden die Programmiersprachen .NET und Python.
Zwei Projekte, eine Codebasis
Mit AutoGen und Semantic Kernel pflegte Microsoft zwei parallele Ansätze für agentische Systeme. AutoGen entstand als Forschungsprojekt und legte den Fokus auf dynamische Mehr-Agenten-Orchestrierung. Semantic Kernel zielte dagegen auf den produktiven Einsatz in Unternehmen. Das Agent Framework ersetzt keines der beiden, sondern baut auf ihnen auf. Beide bleiben unterstützt, der Schwerpunkt der weiteren Investitionen liegt aber auf dem neuen Framework. So landen die Forschungsergebnisse aus AutoGen und die produktionsreifen Grundlagen aus Semantic Kernel in einer einzigen Codebasis. Entwickler bekommen damit einen einheitlichen Pfad von der Erprobung bis zum Betrieb.
In .NET stützt sich das Framework auf die Namensräume rund um Microsoft.Extensions.AI. In Python läuft die Installation über das Paket agent-framework oder einzelne Komponentenpakete. Die Architektur ist modular aufgebaut und auf eine durch die Community getragene Weiterentwicklung angelegt.
Offene Protokolle und Funktionen für den Produktivbetrieb
Das Agent Framework setzt auf offene Schnittstellen und Interoperabilität. Dazu zählen das Model Context Protocol (MCP), das Agent-to-Agent-Protokoll (A2A) sowie OpenAPI. Microsoft trennt zwei Orchestrierungsmodelle: die Agent Orchestration für das Zusammenspiel mehrerer Agenten und die Workflow Orchestration für strukturierte Abläufe. Für den produktiven Einsatz nennt der Konzern Observability, Freigabeprozesse, die Anbindung an CI/CD, Unterstützung langlaufender Prozesse und die Einbindung menschlicher Prüfschritte im Sinne eines Human-in-the-Loop-Ansatzes. Wie das MCP in der Praxis aussieht, zeigt der Einsatz in lokalen KI-Workflows mit Langflow und Ollama.
Mit der Veröffentlichung stellt Microsoft das Agent Framework als zentrale Engine für agentische Anwendungen in den eigenen KI-Stack. Die Freigabe als Open Source unter MIT-Lizenz soll die Nutzung außerhalb der hauseigenen Plattformen vereinfachen und externe Beiträge möglich machen.
