Das Arcade-Emulator-Projekt MAME steht seit dem 4. März 2016 unter einer von OSI und FSF anerkannten freien Lizenz. Die offizielle Ankündigung von MAMEdev beschreibt den Wechsel nach 19 Jahren als Abschluss einer zehn Monate langen Rechteklärung mit früheren Beitragenden.
Zuvor nutzte MAME eine eigene Lizenz, die eine kommerzielle Verwendung des Codes ausschloss. Die neue Regelung öffnet das Projekt für weitere Nutzungsformen und macht den Quelltext für Entwickler leichter in bestehende freie Software einzubinden.
BSD-Code und GPL als gemeinsame Grundlage
Mehr als 90 Prozent der Dateien, darunter zentrale Teile des Codes, stehen laut der MAME-Projektseite auf GitHub unter der BSD-3-Clause-Lizenz. Das Gesamtprojekt wird dennoch unter der GPL-2.0 oder einer späteren Version verteilt, weil weitere Bestandteile unter mehreren GPL-kompatiblen Lizenzen beigesteuert wurden.
Die Umstellung war bei einem Community-Projekt aufwendiger als bei einer Software mit einem einzelnen Rechteinhaber. Das Team musste alle Personen erreichen, die jemals Code zu MAME beigetragen hatten, und deren Zustimmung zur künftigen Lizenzierung einholen. Für die Archivierung historischer Spiele ist der Schritt ebenso relevant wie für die technische Weiterentwicklung von Emulatoren. Ein früherer Bericht über die Browser-Archivierung von MS-DOS-Spielen zeigt den gleichen Erhaltungsaspekt aus einer anderen Perspektive.
MAME bleibt dabei eine registrierte Marke. Die Projektseite weist darauf hin, dass die Nutzung des Namens, des Logos oder der Wortmarke eine Genehmigung erfordert. Die freie Softwarelizenz bezieht sich auf den Quellcode und ersetzt diese Markenregel nicht.
