Der Linux-Kernel 4.7 ist am 24. Juli 2016 erschienen und bringt initiale Unterstützung für AMDs Polaris-Grafikarchitektur. Die technischen Änderungen betreffen damit auch Radeon-RX-400-Karten, die damals für PC-Spiele, Grafiksoftware und Entwicklungsarbeitsplätze auf den Markt kamen. Die Übersicht zu Linux 4.7 nennt die neuen Treiber als einen Schwerpunkt der Version.
Ein großer Teil der Grafikänderungen floss in das Direct Rendering Manager Subsystem ein. Der offizielle Pull-Request für die AMDGPU-Unterstützung umfasste zahlreiche Änderungen für Polaris. In Linux 4.7 waren unter anderem Energieverwaltung, Graphics Compute, System-DMA sowie die Videoeinheiten UVD und VCE für die neue Architektur vorbereitet.
Grafiktreiber und Xbox-Controller
Die Polaris-Unterstützung war in dieser ersten Fassung noch nicht vollständig. Funktionen wie FreeSync und HDMI 2.0 sollten in späteren Kernel-Versionen nachgereicht oder weiter überarbeitet werden. Für Entwickler und Linux-Spieler bedeutete die neue Basis dennoch, dass aktuelle AMD-Grafikkarten näher an den normalen Treiberpfad des Systems rückten.
Parallel erhielt der Xpad-Treiber einen Patch für den Xbox One Elite Controller. Der Code stammte ursprünglich aus einem SteamOS-Kernel und wurde in den Linux-Kernel übernommen. Damit verbesserte Linux 4.7 nicht nur die Unterstützung neuer Grafikchips, sondern auch die Anbindung eines wichtigen Eingabegeräts aus dem Xbox-Ökosystem.
Der Quellcode von Linux 4.7 ist im offiziellen Kernel-Repository dokumentiert. Ein älterer Beitrag zu NVIDIAs professioneller Grafik-Hardware zeigt den parallelen Ausbau von GPU-Technik für Entwickler und professionelle Visualisierung.
