Kotlin/Native 0.5: Kotlin-Bibliotheken für Swift und C

JetBrains hat am 19. Dezember 2017 Kotlin/Native 0.5 mit erweiterter Sprachinteroperabilität vorgestellt. Kotlin-Code lässt sich als eigenständiges Framework aus Swift und Objective-C aufrufen. Der Compiler verwendet dafür die Option -produce framework. Ein mitgeliefertes Rechnerbeispiel kombiniert eine Swift-Oberfläche mit Kotlin-Logik.

Dynamische Bibliotheken für native Schnittstellen

Mit -produce dynamic erstellt der Compiler außerdem dynamische Bibliotheken: .dylib für macOS, .so für Linux und .dll für Windows. Ein Python-Beispiel demonstriert den Zugriff über eine C-Brücke. Das ist eine Interoperabilitätsfunktion, kein vollständiges Spiele-Framework.

Version 0.5 unterstützt den iOS-Simulator und LLVM 5.0.0. WebAssembly-Code kann nun auch auf Linux- und Windows-Rechnern erzeugt werden; zuvor war der entsprechende Build auf macOS beschränkt. Der Quellstand des offiziellen v0.5-Tags vom 18. Dezember hält die damalige Version fest, statt auf den heutigen Hauptzweig zu verweisen.

Bereits im Mai hatte Google Kotlin in die erste Canary-Version von Android Studio 3.0 integriert. Kotlin/Native betrifft dagegen die Erzeugung nativer Bibliotheken und deren Aufruf aus anderen Sprachen. Beide Ansätze sollten bei einer Werkzeugentscheidung nicht gleichgesetzt werden.

Für Tools und plattformübergreifende Anwendungen ist der Ansatz interessant, wenn gemeinsame Logik mit nativen Oberflächen oder Bibliotheken verbunden werden soll. Aus den demonstrierten Schnittstellen folgt aber weder eine zugesicherte Spieleleistung noch eine Freigabe für Konsolen. Beides müsste ein konkretes Projekt gesondert prüfen.

Archivhinweis: Der Beitrag beschreibt Kotlin/Native 0.5 von Dezember 2017 und ist keine Empfehlung, diese frühe Version in einem heutigen Projekt einzusetzen.

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