Kartellrechtsklage von Wolfire gegen Valve: US-Richter weist Vorwürfe zur Steam-Provision ab

Ein US-Bezirksrichter hat die Kartellrechtsklage abgewiesen, die Wolfire Games im April 2021 gegen Valve eingereicht hatte. Wie zuerst Rock Paper Shotgun berichtete, wurde die Entscheidung am 19. November beim U.S. District Court eingereicht. Richter John C. Coughenour begründete den Beschluss damit, dass die eingereichte Klageschrift keine ausreichenden Tatsachen liefere, um einen kartellrechtlich relevanten Schaden am betroffenen Markt plausibel zu belegen.

Ausgangspunkt der Klage war der Vorwurf, Valve nutze seine Marktmacht sowie wettbewerbswidrige Praktiken, um Wolfire und vergleichbare PC-Spieleentwickler zur Zahlung überhöhter Gebühren für den Verkauf ihrer Titel auf Steam zu zwingen. Der Overgrowth-Entwickler sah in der Provisionsstruktur der Plattform einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Steam im PC-Vertrieb.

Zur umstrittenen 30-Prozent-Provision, die Valve bei Verkäufen über Steam einbehält, stellte Richter Coughenour fest, dass diese im Verhältnis zum Wert stehe, den die Plattform Spielepublishern biete. Auch der Vorwurf, Valves Verhalten habe zu einer Verringerung von Angebot und Qualität im Markt geführt, ließ sich aus Sicht des Gerichts nicht mit ausreichenden Fakten untermauern. Die vorgelegten Zahlen deuteten im Gegenteil auf einen kontinuierlichen Anstieg der Zahl verfügbarer Spiele im Markt und auf Steam hin, so die Begründung. Der Klageschrift habe zudem eine nachvollziehbare Darstellung gefehlt, wie Wolfire durch die beanstandeten Praktiken konkret geschädigt worden sei.

Das Gericht räumte Wolfire die Möglichkeit ein, innerhalb von 30 Tagen eine überarbeitete Klageschrift einzureichen, die auf die im Beschluss genannten Mängel eingeht. Bei Einreichung der ursprünglichen Klage im April hatte Wolfire-CEO David Rosen erklärt, er habe „keine andere Wahl“ gesehen, da sowohl Spieler als auch Entwickler durch Valves Geschäftspraktiken geschädigt würden. Valve selbst hatte bereits im Juli einen Antrag auf Abweisung der Klage gestellt, dem das Gericht mit dem aktuellen Beschluss nun gefolgt ist.

Die Auseinandersetzung um Steams Provisionsmodell reiht sich in eine längere Debatte um die Marktmacht von Vertriebsplattformen im PC-Segment ein. Die Standardprovision von 30 Prozent, die Valve seit Jahren erhebt, dient in der Branche häufig als Referenzpunkt für die Konditionen konkurrierender Stores. Der juristische Streit zwischen Wolfire und Valve war mit der Abweisung von 2021 zudem nicht beendet: In den Folgejahren entwickelte sich aus dem Verfahren eine Sammelklage tausender Entwickler, die das Gericht später zur Verhandlung zuließ.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein