Mehrere Stationen des Käpsele Innovation Festivals beschäftigten sich mit Brain-Computer Interfaces und nichtinvasiver Hirnstimulation. Die gezeigten Konzepte reichten von KI-generierter Musik über tDCS in virtuellen Umgebungen bis zur direkten Steuerung technischer Systeme über neuronale Signale.
Neudio entwickelt eine Anwendung, die Gehirnsensorik und KI mit personalisierter Musik verbindet. Die Musik soll auf gemessene Gehirnrhythmen reagieren und je nach Nutzungssituation Konzentration, Entspannung oder Schlaf unterstützen. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben noch in der Entwicklung der entsprechenden App und der Anbindung aktueller sowie künftiger Brain-Sensing-Hardware.
Cortelics zeigte an derselben Station eine Kombination aus Virtual Reality und transkranieller Gleichstromstimulation, kurz tDCS. Als mögliche Einsatzbereiche nannten die Aussteller unter anderem die Emotionsregulation und die begleitende Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen. Die genannten gesundheitlichen Effekte waren Teil der Darstellung am Stand und sollten nicht mit einer unabhängigen klinischen Wirksamkeitsbewertung gleichgesetzt werden. Die Forschung zu nichtinvasiver Hirnstimulation umfasst verschiedene Verfahren und befindet sich je nach Indikation in unterschiedlichen Stadien der medizinischen Erprobung.
Universität Freiburg verbindet aktuelle Anwendungen mit Zukunftsszenarien
Die Universität Freiburg präsentierte eine eigene BCI-Station unter Leitung der Professur für Biomedizinische Mikrotechnik von Professor Thomas Stieglitz. Dabei wurden reale medizinische Anwendungen einer bewusst spekulativen Darstellung künftiger Brain-Computer Interfaces gegenübergestellt.
BCI-Systeme erfassen neuronale Signale, verarbeiten deren charakteristische Merkmale und übersetzen sie in Steuerbefehle. Auf dieser Grundlage lassen sich beispielsweise Computerprogramme, Kommunikationshilfen oder robotische Systeme bedienen. Die Freiburger Forschung arbeitet sowohl mit nichtinvasiven EEG-Verfahren als auch mit implantierbaren Schnittstellen.
Neben der technischen Umsetzung thematisierte die Station Fragen zu Autonomie, Identität, Datennutzung und medizinischem Zugang. Damit wurde BCI nicht ausschließlich als Engineering-Thema behandelt, sondern auch als Technologie, deren Einsatz klare medizinische, regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen benötigt.
