IFA 2023: Lenovo Legion Go startet als Windows-11-Handheld mit Ryzen Z1 Extreme und abnehmbaren TrueStrike-Controllern

Lenovo erweitert sein Gaming-Portfolio um ein mobiles Windows-System und tritt damit gegen Steam Deck und ROG Ally an. Der Hersteller hat das Legion Go am 1. September 2023 zur IFA in Berlin vorgestellt. Das Gerät kombiniert AMDs Handheld-SoC Ryzen Z1 Extreme mit einem 8,8 Zoll großen QHD+-Display und abnehmbaren Controllern, deren Bauweise an eine Nintendo Switch erinnert. Der Marktstart ist für November 2023 angesetzt. In Europa liegt der Einstiegspreis bei 799 Euro inklusive Mehrwertsteuer, in den USA beginnen die Vorbestellungen am 2. Oktober 2023 zu einem Preis von 699,99 US-Dollar.

Hardware und Display-Spezifikation

Im Zentrum steht der AMD Ryzen Z1 Extreme mit RDNA-Grafik, also derselbe SoC, der auch im Asus ROG Ally arbeitet. Lenovo kombiniert ihn mit bis zu 16 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher bei 7500 MT/s sowie einer PCIe-Gen4-NVMe-SSD mit bis zu 1 TB Kapazität, die über einen microSD-Slot erweiterbar ist. Das 8,8 Zoll große IPS-Panel im Format 16:10 löst mit 2560 x 1600 Pixeln auf, erreicht 144 Hz Bildwiederholfrequenz, bis zu 500 nits Helligkeit und deckt nach Herstellerangabe 97 Prozent des DCI-P3-Farbraums ab. Die Stromversorgung übernimmt ein Akku mit 49,2 Wattstunden, der per USB-C mit bis zu 65 Watt geladen wird. Als Betriebssystem kommt Windows 11 zum Einsatz, womit das Legion Go ohne Plattformbindung auf das volle PC-Software-Ökosystem zugreift.

Das namensgebende Merkmal sind die abnehmbaren Legion-TrueStrike-Controller. Beide Seiteneinheiten lassen sich vom Gerät lösen und nutzen Hall-Effekt-Sensoren, die laut Lenovo gegen Stick-Drift unempfindlich sind. Ein integrierter FPS-Modus erlaubt es, den rechten Controller aufrecht auf eine maus-ähnliche Basis zu stellen und mit ausgeklapptem Standfuß am Gerät wie mit einer Maus zu zielen. Hinzu kommen Zusatztasten an Rück- und Seitenflächen, ein Touchpad, ein Scrollrad sowie ein sechsachsiger Gyrosensor.

Game Pass und mobile Performance-Targets

Mit Windows 11 als Basis positioniert sich das Legion Go als Träger für Xbox Game Pass und Xbox Cloud Gaming neben Steam, Epic Games Store und Battle.net. Lenovo legt dem Gerät zum Start eine dreimonatige Mitgliedschaft von Xbox Game Pass Ultimate bei. Das offene Windows-Fundament bringt allerdings auch Altlasten mit, wie sich etwa bei der Xbox-Live-Anbindung älterer Windows-Titel zeigt. Das Legion Go reiht sich jedenfalls in eine wachsende Klasse mobiler Windows-Handhelds ein, die auf dem Ryzen Z1 Extreme aufbauen und denselben Leistungsrahmen abstecken.

Für Xbox- und PC-Entwickler verschärft sich damit die Frage nach Performance-Targets für mobile Windows-Hardware. Die native Auflösung von 2560 x 1600 trifft auf das begrenzte Leistungs- und Energiebudget eines Handheld-SoC, sodass Upscaling, Frame-Generation und konfigurierbare Detailstufen an Bedeutung gewinnen. Das 8,8-Zoll-Panel liegt zudem spürbar über den 7 Zoll von Steam Deck und ROG Ally, was die Skalierung der Benutzeroberfläche und die Lesbarkeit von Texten beeinflusst. Mit drei vergleichbaren Geräten auf identischer SoC-Basis entsteht ein faktisches Referenzprofil für mobiles Windows-Gaming, an dem sich Optimierungsarbeit künftig orientieren dürfte.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein