Im Februar 2018 lagen dem Senat von Hawaii zwei Vorlagen zur Regulierung von Lootboxen in Videospielen vor. SB 3024 sah ein Verkaufsverbot an Personen unter 21 Jahren vor. SB 3025 verlangte dagegen Wahrscheinlichkeitsangaben und Warnhinweise. Die archivierten Originalfassungen belegen politische Vorschläge, nicht bereits beschlossene Regeln.
Verkaufsgrenze gilt nicht nur für Minderjährige
SB 3024 erfasste Spiele mit weiteren Käufen zufälliger Belohnungen oder virtueller Gegenstände, die direkt oder indirekt solche Belohnungen liefern. Das Verbot sollte den Verkauf des betreffenden Spiels beschränken, nicht lediglich den einzelnen Lootbox-Kauf. Die Altersgrenze von 21 Jahren würde auch junge Erwachsene erfassen. Die Definition des Händlers schloss Internetverkäufe und Weiterverkäufe ein.
Gewinnchancen vor Kauf und Aktivierung
SB 3025 verlangte Angaben zu den Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Belohnungstypen beim Kauf und beim Aktivieren des Mechanismus. Publisher sollten auf Verpackungen und bei digitalen Käufen einen auffälligen roten Warnhinweis zu Ingame-Käufen und glücksspielähnlichen Mechaniken anzeigen. Außerdem sollte die zuständige Behörde den Programmcode prüfen dürfen, um die Berechnung und Funktion der Wahrscheinlichkeiten zu kontrollieren.
Der Entwurf untersagte Publishern zudem, ein Spiel nach dem Verkauf um Inhalte zu erweitern, für die es beim ursprünglichen Verkauf nicht angemessen gekennzeichnet war. Das betraf damit auch spätere Updates. Aus den Vorlagen folgt jedoch weder ein allgemeines Verbot aller Mikrotransaktionen noch eine bereits geltende Pflicht außerhalb Hawaiis.
Die Vorlagen konkretisierten eine Debatte, die Chris Lee im November 2017 mit seiner Initiative zur Lootbox-Regulierung angestoßen hatte. Für Entwickler und Publisher waren die Ansätze unterschiedlich: SB 3024 betraf den Vertrieb des Spiels, SB 3025 dessen Kennzeichnung und technische Nachprüfbarkeit.
Archivhinweis: Dieser Beitrag dokumentiert die im Februar 2018 vorliegenden Originalentwürfe, keine heutige Rechtslage. Das Bild zeigt Chris Lee bei der Ankündigung vom November 2017, nicht bei einer Abstimmung über diese Vorlagen.

