Als die Xbox in Nordamerika in den Handel kam, lag am 15. November 2001 Halo: Combat Evolved als Launchtitel der ersten Microsoft-Konsole bereit. Entwickelt hatte den Ego-Shooter Bungie, herausgegeben wurde er von Microsoft Game Studios. Damit trug ein Spiel das zentrale Verkaufsargument der Plattform, das ursprünglich nie für eine Konsole gedacht war. Bungie hatte das Projekt 1999 auf der Macworld Expo als Titel für macOS und Windows gezeigt, bevor Microsoft den Entwickler kaufte und die Richtung änderte.
Den Grundstein legte Microsoft am 19. Juni 2000 mit dem Kauf von Bungie. Der Entwickler wechselte in die Spielesparte des Konzerns, und aus dem plattformübergreifenden Halo wurde ein exklusiver Shooter für die Xbox. Microsoft trat damals erstmals als Hardwareanbieter im Konsolenmarkt an und sicherte sich mit dem Zukauf einen technisch ehrgeizigen Entwickler samt einem Produkt mit klarem Profil zum Start der Hardware.
Von der Mac-Demo zum Xbox-Exklusivtitel
Öffentlich zeigte sich Halo 1999 auf der Macworld Expo, wo der damalige Apple-Chef Steve Jobs eine gleichzeitige Veröffentlichung für macOS und Windows ankündigte. Ein Konsolentitel war das Spiel zu dem Zeitpunkt nicht. Mit dem Kauf durch Microsoft kippte die Strategie. Das Projekt wurde auf die Xbox-Hardware zugeschnitten und aus dem geplanten plattformübergreifenden Release zum Exklusivtitel umgebaut. Hardwarestart und Vorzeigesoftware aus dem eigenen Haus griffen so ineinander, eine im Konsolengeschäft bewährte Methode, den Absatz der Plattform zu stützen.
97 von 100 Punkten und vier Millionen verkaufte Spiele
Die Fachpresse reagierte begeistert. Auf dem Aggregator Metacritic kam die Xbox-Fassung auf 97 von 100 Punkten, gestützt auf die Wertungen von 68 Kritikern. Kommerziell wuchs das Spiel zur tragenden Säule der Plattform. Rund fünf Monate nach dem Verkaufsstart war eine Million Einheiten abgesetzt, bis Januar 2004 kletterte die Zahl auf vier Millionen. Bis Juli 2006 verkaufte sich die Xbox-Version in den Vereinigten Staaten 4,2 Millionen Mal und spielte dort 170 Millionen US-Dollar ein. Aus dem Launchtitel wurde eine der wichtigsten Marken im Portfolio des Konzerns.

