Take-Two-Chef Strauss Zelnick sah den Erfolg von Grand Theft Auto Online im Mai 2020 nicht als Grund, ein neues Grand Theft Auto zurückzuhalten. In einem Gespräch bei der Bernstein Annual Strategic Decisions Conference erklärte er, dass ein Publisher neue Erlebnisse entwickeln müsse, auch wenn ältere Live-Services weiter hohe Umsätze erzielen. GamesIndustry.biz fasste die Aussagen am 28. Mai 2020 zusammen; Take-Two hatte Zelnicks Konferenzauftritt zuvor in einer offiziellen Mitteilung angekündigt.
Live-Service und Nachfolger sollen nebeneinander bestehen
Zelnick verwies auf NBA 2K Online in China. Nach dem Start einer neuen Version blieb die ältere Fassung erfolgreich und beide Spiele wurden parallel betrieben. Zusammen kamen die beiden Titel damals auf eine registrierte Spielerschaft von 49 Millionen. Für Take-Two war das ein Beispiel dafür, dass ein Nachfolger nicht automatisch die bestehende Community verdrängt. Auch GTA V zeigte zu diesem Zeitpunkt, wie lange ein erfolgreiches Spiel wirtschaftlich relevant bleiben kann.
Der Vorstandschef lehnte es ab, konkrete Angaben zu einem nicht angekündigten GTA-Titel zu machen. Er betonte jedoch, dass ein Unternehmen nicht auf Innovation verzichten könne, nur weil ein bestehendes Produkt erfolgreich sei. Die Entwicklung neuer Spiele soll demnach auch dann weiterlaufen, wenn ein Live-Service noch wächst.
Kleine Zahl großer Veröffentlichungen
Take-Two stellte zugleich klar, dass das Unternehmen keine Flut großer Veröffentlichungen plane. Im Gespräch war von einer Handvoll oder etwas mehr bedeutender Titel pro Jahr die Rede. Das Modell verbindet langfristige Einnahmen aus Katalogtiteln und Live-Services mit einzelnen Produktionen, die den technischen und wirtschaftlichen Sprung zur nächsten Generation liefern.
