Die Game Developers Conference (GDC) hat am 18. Januar 2024 die Ergebnisse ihrer 12. State of the Game Industry Survey veröffentlicht. Befragt wurden im Oktober 2023 mehr als 3.000 Beschäftigte der Spielebranche, durchgeführt zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Omdia. Kurz vor der GDC 2024 ergibt das ein Stimmungsbild, in dem vier Themen dominieren: die Angst vor Stellenstreichungen, der Umgang mit generativer KI, neue Lizenzmodelle bei Game-Engines und der Streit um die Rückkehr ins Büro.
Jeder Dritte hat Entlassungen erlebt
35 Prozent der befragten Entwickler waren von Stellenstreichungen betroffen, entweder im eigenen Team oder Unternehmen oder durch den Verlust der eigenen Stelle. Am härtesten traf es die Qualitätssicherung: Dort gaben 22 Prozent an, selbst entlassen worden zu sein. Für die kommenden zwölf Monate rechneten 56 Prozent der Teilnehmer mit weiteren Entlassungen. Die Befragung fiel in eine Zeit, in der quer durch die Branche Studios und Publisher Personal abbauten.
Skepsis bei generativer KI, Unruhe bei den Engines
Bei der generativen KI gehen die Meinungen auseinander. 84 Prozent der Befragten hatten Bedenken gegenüber den ethischen Seiten der Technik, etwa wegen weiterer Entlassungen oder möglicher Urheberrechtsverletzungen. Mehr als die Hälfte berichtete, das eigene Unternehmen habe Regeln für den Einsatz solcher Werkzeuge aufgestellt, häufig auf freiwilliger Basis. Nur 2 Prozent gaben an, generative KI sei am Arbeitsplatz Pflicht, 12 Prozent sprachen von einem kompletten Verbot.
Bei den Game-Engines liegen Unreal Engine und Unity mit jeweils 33 Prozent gleichauf an der Spitze der wichtigsten Hauptwerkzeuge. Rund ein Drittel der Befragten hatte im vergangenen Jahr einen Wechsel der Engine überlegt oder bereits durchgezogen. Auslöser war die im September 2023 angekündigte Runtime Fee, eine an die Zahl der Installationen gekoppelte Gebühr, die heftige Kritik auslöste und später nachgebessert wurde. Wie Studios mit solchen Modellen umgehen, beschäftigt auch die Redaktion von XboxDev seit Längerem.
Büropflicht trifft vor allem große Studios
26 Prozent aller Befragten berichteten von einer verpflichtenden Rückkehr ins Büro, ob in Vollzeit oder in hybrider Form. 58 Prozent gaben an, ihr Studio mache keine solche Vorgabe und Homeoffice bleibe möglich. Nach Studiogröße fallen die Unterschiede deutlich aus: In AAA-Studios berichteten 40 Prozent von einer Büropflicht, in AA-Studios 28 Prozent, bei Indie-Studios 15 Prozent. Am zufriedensten waren Entwickler mit der Option auf Homeoffice, am unzufriedensten jene mit verpflichtenden Hybrid-Modellen. Betrieben wird die GDC vom Branchendienstleister Informa. Die vollständigen Ergebnisse sind zu finden unter dem Link der offiziellen Mitteilung.
