GDC 2024: Generative KI in der Spieleentwicklung – Nutzung oft umstritten

Eine aktuelle Umfrage im Vorfeld der Game Developers Conference 2024, an der über 3.000 Spieleentwickler teilnahmen, beleuchtet aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen in der Spieleindustrie. Besonders hervorzuheben ist die Verwendung generativer KI-Werkzeuge wie ChatGPT, DALL-E und GitHub Copilot in der Spieleentwicklung, die sowohl Chancen als auch Bedenken aufwirft.

Erstaunlicherweise ist in etwa 12 % der Spielstudios der Einsatz generativer KI-Werkzeuge grundsätzlich untersagt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, wobei moralische Bedenken und urheberrechtliche Fragen im Vordergrund stehen. Etwa 57 % der Befragten äußerten moralische Vorbehalte, insbesondere in kreativen Bereichen wie Handlung, Dialog und Grafikdesign. Diese Bedenken werden verstärkt durch die Art und Weise, wie KI-Systeme lernen: Sie nutzen große Mengen bereits erstellter Texte und Bilder, was rechtliche Probleme aufwerfen kann.

Trotz dieser Herausforderungen setzen viele Studios KI-Systeme ein. Rund 31 % der Befragten nutzen selbst mindestens eine KI, und weitere 18 % sind sich der Nutzung durch Kollegen bewusst. Dies deutet darauf hin, dass fast die Hälfte der Studios bereits in irgendeiner Form KI verwendet. Generative KI-Tools werden vor allem in Geschäftsführung, Marketing und Projektmanagement eingesetzt, während Bereiche wie Qualitätssicherung und narratives Schreiben seltener auf diese Technologien zurückgreifen.

GDC 2024 - Umfrage über KI
Quelle: gdconf.com – GDC 2024 – Umfrage über KI

Die Anwendungsbereiche von KI in der Spieleentwicklung sind vielfältig. Viele Entwickler sehen Vorteile in der Unterstützung bei der Codeentwicklung und der Beschleunigung des Content-Erstellungsprozesses. Auch die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben wird als potenzieller Vorteil gesehen. Dennoch gibt es Entwickler, die keinen Nutzen in der KI-Technologie sehen und ethische Bedenken äußern.

Über die Hälfte der Entwickler gaben an, dass in ihren Unternehmen Richtlinien zum Einsatz von Generativer KI bestehen. Während nur 2 % sagten, dass die Verwendung von KI-Werkzeugen vorgeschrieben ist, berichteten 12 %, dass sie generell nicht erlaubt sind. Insbesondere AAA-Studios sind eher geneigt, Richtlinien bezüglich der Verwendung von KI-Tools zu haben, insbesondere wenn es um deren Einschränkung geht.

Die ethischen Bedenken sind weit verbreitet: 84% der Entwickler äußerten sich besorgt oder sehr besorgt über die ethischen Auswirkungen der Verwendung generativer KI. Diese Bedenken reichen von potenziellen Entlassungen über Urheberrechtsverletzungen bis hin zu Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Daten ohne Zustimmung der Urheber.

Die GDC 2024, die vom 18. bis 20. März in San Francisco stattfindet, wird diese Themen aufgreifen, mit Podiumsdiskussionen und Vorträgen zu KI in Spielen und den damit verbundenen moralischen Fragen. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Diskussionen auf die zukünftige Nutzung von KI in der Spieleindustrie auswirken werden.

Der vollständige Bericht ist hier erhältlich.

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