GameStop-Aus in Deutschland: Was mit Gutscheinen, Garantie und Vorbestellungen passiert

Nach der Ankündigung, sämtliche deutschen Filialen zu schließen, blieben bei vielen GameStop-Kunden offene Fragen zurück: Was passiert mit noch nicht eingelösten Gutscheinen, mit laufenden Garantiefällen oder mit Vorbestellungen für Spiele, die erst nach dem Ladenschluss erscheinen? Die wichtigsten Fristen und Ansprechpartner dazu listet GameStop in einem eigenen FAQ zur Filialschließung auf.

Grundlage ist der Zeitplan, den GameStop Ende November 2024 an Mitarbeiter, Lieferanten und Vermieter kommuniziert hatte: GameStop schließt bis zum 31. Januar 2025 alle verbliebenen rund 70 Filialen in Deutschland. Der Online-Shop gamestop.de sollte bereits am 10. Januar 2025 vom Netz gehen, die letzten Läden folgten Ende des Monats. Für Kunden mit offenen Ansprüchen ergeben sich daraus mehrere Stichtage, die je nach Anliegen unterschiedlich ausfallen.

Gutscheine nur noch bis Ende Januar einlösbar

Bereits gekaufte Gutscheinkarten lassen sich im Online-Shop nur noch bis zum 10. Januar 2025 einlösen, in den Filialen bis zum 30. Januar 2025. Wer diese Termine verpasst oder erst danach ein vergessenes Guthaben findet, kann sich bis spätestens 31. März 2025 an den Kundenservice wenden. Der Verkauf neuer Gutscheine wurde mit der Ankündigung sofort eingestellt. Auch das Treueprogramm GS Pro Club läuft Ende Januar aus, die hinterlegten Kundendaten werden nach Angaben von GameStop automatisch und DSGVO-konform gelöscht. Kunden mit einer kostenpflichtigen GS-Pro-Plus-Mitgliedschaft erhalten zum Ausgleich einen Gutschein im Wert von 15 Euro, der ebenfalls nur bis zu den genannten Stichtagen einlösbar ist.

Garantie, Game Protection und Reparaturaufträge

Für Neuware gilt weiterhin die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Tritt ein Defekt vor dem 30. Januar 2025 auf, ist zunächst die jeweilige Filiale zuständig, danach bis maximal 31. März 2025 der zentrale Kundenservice. Nach diesem Datum verweist GameStop Kunden direkt an den Support der Hersteller. Etwas anders liegt der Fall bei der kostenpflichtigen Spiele-Garantieverlängerung Game Protection: Diese endet mit der Schließung des jeweiligen Standorts, Ansprüche müssen also spätestens bis zum 30. Januar 2025 in einer noch geöffneten Filiale geltend gemacht werden. Wer dagegen eine zwölfmonatige Console Protection oder Gear Protection abgeschlossen hat, kann etwas aufatmen: Dieser Vertrag läuft über den externen Dienstleister SPB Deutschland und bleibt vom Rückzug aus dem stationären Geschäft zunächst unberührt. Bereits angenommene Reparaturaufträge sollen zeitnah an die zuständige Filiale zurückgegeben werden, neue Aufträge nimmt GameStop nicht mehr an.

Vorbestellungen storniert, Ankauf eingestellt

Noch nicht ausgelieferte Online-Vorbestellungen werden von GameStop automatisch storniert, betroffene Kunden erhalten ihr Geld zurück. Wer im Laden vorbestellt hat, muss sich direkt an die jeweilige Filiale wenden, solange diese noch geöffnet ist. Ebenfalls beendet ist das Ankaufprogramm für gebrauchte Spiele, Konsolen und Zubehör, das sogenannte Trade-In: Weder online noch offline nimmt GameStop derzeit noch gebrauchte Ware in Zahlung. Für Kunden, die kurz vor Weihnachten noch auf Schnäppchen im ohnehin schon laufenden Räumungsverkauf gehofft hatten, bedeutete das vor allem, bestehende Ansprüche rechtzeitig abzuwickeln, statt auf neue Angebote zu warten.

Die Häufung an Fristen zeigt, wie unübersichtlich sich ein Marktrückzug dieser Größenordnung für Verbraucher gestaltet. Anders als bei einer regulären Insolvenz mit gerichtlich bestelltem Verwalter blieb es bei GameStop zunächst an den Kunden selbst, sich aktiv um offene Ansprüche zu kümmern, bevor die jeweiligen Fristen verstreichen. Wer bis zum 31. März 2025 keinen Kontakt zum Kundenservice aufgenommen hatte, ging bei Gutscheinen und Garantiefällen anschließend leer aus.

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