Der gamescom congress 2025 hat am 21. August in Köln nach Angaben der Veranstalter mit mehr als 1.000 Gästen einen Besucherrekord erreicht. In ihrer Abschlussbilanz vom 22. August nennen Koelnmesse und game außerdem über 180 Expertinnen und Experten, die sich am Programm beteiligten.
Die Konferenz fand im Rahmen der gamescom 2025 statt. Ihr Programm zu Immersion, Verantwortung und Wohlbefinden behandelte den Einsatz von Spielen und Spieltechnologien außerhalb der Unterhaltung. Dazu gehörten Anwendungen in Bildung und Gesundheit ebenso wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Spieleentwicklung.
XR, KI und Serious Games als Anwendungsfelder
Im Themenbereich Immersion ging es laut Programmankündigung um Extended Reality, Spatial Computing, Augmented Reality und künstliche Intelligenz beim Lernen und Arbeiten. Ein Gespräch zwischen Brendan Greene und UX-Designer Robin-Yann Storm widmete sich den digitalen Welten von PlayerUnknown Productions, darunter Prologue: Go Wayback! und Project Artemis sowie den dort eingesetzten KI-Ansätzen.
Der Gesundheitsbereich stellte unter anderem Serious Games am Beispiel von Meister Cody und dem Forschungsprojekt SG4ChildD zur Diskussion. Im Mittelpunkt standen mögliche Anwendungen für Lernen und psychische Gesundheit. Ein weiterer Vortrag behandelte gamifizierte, KI-gestützte Abläufe im Klinikmanagement, etwa das Entlassmanagement und personalisierte Lernpfade für Klinikpersonal. Das Programm stellte damit konkrete Einsatzfelder vor, ohne dass aus der Teilnahme eines Projekts am Kongress bereits ein Wirksamkeitsnachweis folgt.
Politische Bildung und gesellschaftliche Verantwortung wurden etwa anhand von Wer ist Bilal? behandelt. Das von Paintbucket Games im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung entwickelte Spiel thematisiert die Radikalisierung eines Jugendlichen. Im dazugehörigen Panel ging es um Games als Mittel gegen Radikalisierung und Desinformation.
Games-Förderung zwischen Bund und Ländern
Die Standortpolitik war Gegenstand der Diskussion „Alle auf die 1?! Wie Deutschland weltweit oben mitspielen will“. Daran beteiligten sich NRW-Medienminister Nathanael Liminski und Bundestagsabgeordneter Joachim Ebmeyer, beide CDU, sowie Heike Raab, SPD-Staatssekretärin in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, und Ubisoft-Blue-Byte-Geschäftsführer Benedikt Grindel.
Auf der politischen Agenda des Kongresses standen die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Förderstrategien und die Abstimmung der Maßnahmen von Bund und Ländern. Weitere angekündigte Runden befassten sich mit Investitionen in Games, den Bedingungen für Forschung und Lehre sowie der Altersverifikation im digitalen Jugendschutz. Die Abschlussbilanz nennt für die Standortdebatte keine neuen Förderbeträge oder verbindlichen Beschlüsse.
Veranstaltet wurde der gamescom congress von Koelnmesse und dem Branchenverband game. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte die Konferenz. Die Besucher- und Speakerzahlen stammen aus der Bilanz der Veranstalter.

