Die gamescom 2026 wurde am 26. August mit hochrangigen politischen Gästen eröffnet. Vertreter der EU-Kommission, der Bundesregierung und des Landes Nordrhein-Westfalen sprachen über Games als Kulturgut, Wirtschaftsfaktor und Technologieträger. Damit steht die politische Anerkennung der Branche sichtbar auf der großen Messebühne.
Die Eröffnung knüpft an den geplanten Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und an den gamescom congress an. Bereits im Vorfeld war Steinmeiers Besuch beim gamescom congress angekündigt worden. Der Kongress widmet sich 2026 unter dem Schwerpunkt „Spielfeld Demokratie“ den gesellschaftlichen und politischen Wirkungen von Games.
Games werden als Kultur und Wirtschaft behandelt
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Forschungsministerin Dorothee Bär, EU-Kommissionsvertreterin Henna Virkkunen und Ministerpräsident Hendrik Wüst stellten in ihren Reden unterschiedliche Aspekte der Branche heraus. Genannt wurden unter anderem digitale Infrastruktur, Innovationskraft, Bildung, Arbeitsplätze und die Bedeutung von Games für die europäische technologische Souveränität. Die politische Eröffnung behandelte Games damit nicht nur als Unterhaltung, sondern als Teil der Digital- und Kulturwirtschaft.
Demokratie als konkreter Kongressschwerpunkt
Im Interview mit heise online beschreibt game-Geschäftsführer Felix Falk den Kongressschwerpunkt als Verbindung von Games, gesellschaftlicher Teilhabe und Demokratie. Er verweist auf den Einsatz interaktiver Medien in Bildung, Museen und Gedenkstätten. Die Diskussion bleibt dabei nicht auf Spiele mit ausdrücklich politischer Handlung beschränkt, sondern umfasst auch Communities und die Art, wie Menschen gemeinsam spielen.
Aufmerksamkeit muss in bessere Bedingungen münden
Die politische Präsenz ist für den Branchenverband deshalb kein Selbstzweck. Falk verbindet die gestiegene Sichtbarkeit mit der Forderung nach verlässlicher Förderung und steuerlichen Rahmenbedingungen. Das ist der kritische Punkt hinter der feierlichen Eröffnung: Eine Branche kann politisch anerkannt sein und trotzdem bei Finanzierung, Produktionsstandorten und langfristiger Planung unter Druck stehen. Die gamescom bietet Politik und Studios eine gemeinsame Bühne. Entscheidend ist, ob aus den Gesprächen konkrete Verbesserungen für die Entwicklung von Spielen in Deutschland und Europa entstehen.

