gamescom 2024: Phil Spencer skizziert Xbox-Strategie nach der Activision-Blizzard-Übernahme

Microsoft-Gaming-Chef Phil Spencer hat am 21. August 2024 auf der gamescom in Köln in einem Interview erklärt, wohin die Xbox-Sparte in den nächsten Jahren steuert. Anlass war eine Entscheidung, die viele Fans überrascht hatte: Das lange als Xbox-exklusiv gehandelte „Indiana Jones and the Great Circle“ kommt nun auch auf die PlayStation 5. Auf Xbox Series X/S und PC startet der Titel im Dezember 2024, die PS5-Version folgt im Frühjahr 2025. Für Spencer ist das kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Veränderung im Geschäftsmodell, rund zehn Monate nach dem Abschluss der 69 Milliarden US-Dollar teuren Activision-Blizzard-Übernahme.

Schon im Frühjahr 2024 hatte Microsoft vier zuvor exklusive Spiele auf Konkurrenzplattformen gebracht, darunter „Sea of Thieves“, „Grounded“, „Pentiment“ und „Hi-Fi Rush“. Aus diesem Schritt wolle man lernen und den Kurs weiter ausbauen, so Spencer. Einzelne Marken auf fremde Systeme zu bringen, sei keine Abkehr vom Konsolengeschäft, sondern schlicht eine kommerzielle Entscheidung. Die Spielerzahlen auf der Xbox-Konsole hätten damals einen Hoechststand erreicht, und die Marken stuenden so gut da wie nie. Den wirtschaftlichen Kern brachte Spencer knapp auf den Punkt: Die Sparte sei ein Geschäft und müsse gegenüber Microsoft Rendite abwerfen.

Geschäftslogik statt Plattformexklusivität

Das ist ein deutlicher Wechsel im Ton. Früher galt Exklusivität als das, was die Xbox vom Wettbewerb abhob. Jetzt rechnet Spencer damit, dass sich in der Branche einige der gewohnten Wege beim Entwickeln und Verkaufen von Spielen weiter ändern. Nach Jahren des Wachstums stehe das Geschäft unter Druck, und die Unternehmen suchten neue Quellen für Wachstum. Das Ziel seien bessere Spiele, die mehr Menschen erreichen. Damit rücken nicht mehr Konsolen-Hardware und Stückzahlen ins Zentrum, sondern Reichweite, Spielerbasis und Umsatz über mehrere Plattformen hinweg. Wer von der FTC noch das Tauziehen um die Übernahme von Activision Blizzard im Kopf hat, sieht hier, wofür der Deal eigentlich gedacht war.

Was der Activision-Blizzard-Deal damit zu tun hat

Der neue Kurs fällt in die Zeit nach dem Kauf von Activision Blizzard, der im Oktober 2023 abgeschlossen wurde. Mit ihm landeten Marken wie „Call of Duty“, „Diablo“, „Overwatch“ und das Mobile-Geschäft von King bei den Xbox Game Studios. Genau dieser größere Markenbestand passt zum Multiplattform-Ansatz, den Spencer auf der gamescom beschrieb, denn die Reichweite dieser Spiele endet laengst nicht an der Xbox-Hardware. Neue Zukäufe verkündete Spencer auf der Messe nicht. Im Vordergrund stand zu diesem Zeitpunkt, die Activision-Blizzard-Studios in die bestehenden Strukturen einzugliedern. Wie es mit weiteren Akquisitionen weitergeht, wurde erst in späteren Interviews konkreter.

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