Games-Branche in Deutschland: Studie sieht ungenutztes Potenzial

Eine bundesweite Studie zur deutschen Games-Branche kam im Dezember 2017 zu dem Ergebnis, dass der Standort wirtschaftlich und kulturell großes Potenzial besitzt, dieses aber nur teilweise nutzt. Die Untersuchung wurde vom game Verband gemeinsam mit dem damaligen BIU in Auftrag gegeben und von der Hamburg Media School sowie der Universität Paderborn erstellt.

Für das Jahr 2015 weist die Studie einen Umsatz deutscher Games-Unternehmen von rund 2,876 Milliarden Euro aus. Gleichzeitig stammte nur ein kleiner Teil der in Deutschland erzielten Erlöse aus Produktionen hiesiger Entwickler. Der deutsche Markt war damit bedeutend, während die Entwicklung im internationalen Vergleich deutlich kleiner blieb.

Arbeitsplätze und Ausbildung

Die Autoren bezifferten die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Games-Branche auf rund 14.000. Jährlich schlossen nach den damaligen Erhebungen bis zu 600 Personen einen Studien- oder Ausbildungsgang mit Schwerpunkt Spieleentwicklung ab. Die Studie sah damit grundsätzlich vorhandenes Fachwissen und Nachwuchs, verwies aber auf fehlende Rahmenbedingungen im Wettbewerb mit etablierten Entwicklungsstandorten.

Zu den genannten Standortfaktoren gehörten Finanzierung, Zugang zu Fachkräften und die internationale Vermarktung eigener Produktionen. Der game Verband stellt die vollständige Studie und weitere Hintergrunddaten online bereit. Dort sind auch die methodischen Grundlagen und die Vergleiche mit anderen Ländern dokumentiert.

Forderungen an Politik und Branche

Der Verband verband die Ergebnisse mit der Forderung nach verlässlicheren Bedingungen für Games-Entwicklung in Deutschland. Als Beispiele wurden öffentliche Förderung, bessere Vernetzung von Ausbildung und Unternehmen sowie eine stärkere internationale Ausrichtung genannt. Die Studie diente damit zugleich als Bestandsaufnahme des damaligen Marktes und als Grundlage für die weitere Diskussion über den Standort.

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