Die Cloud Foundry Foundation hat ihren europäischen Summit in diesem Jahr in Den Haag ausgerichtet und zieht eine gemischte Bilanz. Die Veranstaltung vom 11. und 12. September 2019 brachte rund 700 Teilnehmende zusammen, damit etwa 300 weniger als beim Vorjahres-Event in Basel. Gleichzeitig berichtet die Stiftung über eine wachsende Nutzung ihrer Plattform in Unternehmen.
Der Titel selbst stammt von heise online, das über die Keynote von Abby Kearns, der Direktorin der Foundation, berichtete. Ihr Vortrag beschränkte sich auf eine Übersicht aktueller Trends in der Anwendungsentwicklung; den größeren Teil der Präsentationen bestritten Mitgliedsfirmen wie Pivotal und SUSE. Der Summit wirkte damit weniger als News-Show der Stiftung denn als Austauschplattform der Community.
Die von der Foundation beauftragte Untersuchung liefert die Zahlen zum Wachstum: Fast 40 Prozent der Cloud-Foundry-Anwender wollten ihre Applikationsentwicklung mit der Plattform innerhalb von 24 Stunden durchführen können. 84 Prozent der befragten Unternehmen setzten Platform as a Service ein, 56 Prozent nutzten Serverless und 81 Prozent Container; 52 Prozent verwendeten alle drei Techniken zugleich. Der Anteil der Unternehmen, die Cloud Foundry selbst einsetzen, sei von 24 Prozent im Jahr 2017 auf inzwischen 45 Prozent gestiegen. Die Hälfte der Fortune 500 arbeite mit der Plattform.
Kubernetes, Pivotal und die VMware-Frage
Zu den vorgestellten Projekten der Mitgliedsfirmen gehörte die Alpha-Version des Pivotal Application Services auf Kubernetes-Basis, die Eric Malm von Pivotal im Detail präsentierte. Pivotal hatte bereits im Frühjahr die allgemeine Verfügbarkeit der Pivotal Spring Runtime und eine Alpha-Version von Pivotal Service Mesh auf den Markt gebracht, im Juli folgte die Alpha-Version von Pivotal Build Service; eine Alpha-Version von RabbitMQ auf Kubernetes sollte bald folgen.
Offen blieb auf dem Podium, wie es mit dem wichtigsten Kontributor weitergeht. Die Foundation wurde von Pivotal mitbegründet und zählt das Unternehmen zu ihren größten Treibern. VMware hatte die Übernahme von Pivotal angekündigt und will das Unternehmen in die eigene Kubernetes-Strategie innerhalb der proprietären vSphere-Plattform einbinden. Für Teams, die Anwendungen auf Container-Schnittstellen zwischen PaaS und Kubernetes betreiben, hängt der Nutzen solcher Integrationen an der vorhandenen Architektur; die Foundation selbst vertrat auf dem Summit den Rat, schnelle Veränderungen zu adaptieren, Multi-Plattform-Umgebungen anzunehmen und sich in Open Source zu engagieren.
Die rückläufigen Teilnehmerzahlen ordnete die Foundation später selbst in eine breitere Entwicklung ein. Im Annual Report 2019 nennt sie für Den Haag 711 Registrierungen nach 961 im Vorjahr und führt den Rückgang auf die wachsende Zahl konkurrierender Open-Source- und Branchenveranstaltungen zurück. Für 2019 nennt der Bericht zudem 21 Journalisten aus Europa unter den Teilnehmenden des Summits, neun davon aus der DACH-Region.
Für Entwicklungs- und Betriebsteams, die Spiele-Backends, Build-Pipelines oder Content-Dienste auf gemeinsamen Plattformen betreiben, blieben die Zahlen die eigentliche Meldung des Wochenendes: Die Nutzerbasis wächst, während das klassische Konferenzformat schrumpft. Die Foundation reagierte darauf im Folgejahr mit kleineren, an Open Source Summits angebundenen Formaten und einem Ausbau der regionalen Cloud Foundry Days.

