Embracer verkauft Saber-Interactive-Kerngeschäft für 247 Millionen US-Dollar an Beacon Interactive und beendet Russland-Geschäft

Die Embracer Group hat am 14. März 2024 die Veräußerung ausgewählter Vermögenswerte der operativen Gruppe Saber Interactive bekanntgegeben. Der Kaufpreis beträgt 247 Millionen US-Dollar (2.527 Millionen SEK) und umfasst übernommene Earnout-Verbindlichkeiten in Höhe von 44 Millionen US-Dollar (450 Millionen SEK). Käufer ist Beacon Interactive, ein Unternehmen unter Kontrolle von Saber-Interactive-Mitgründer Matthew Karch. Über die Transaktion beendet Embracer sämtliche Aktivitäten in Russland, entsprechend einem früheren Beschluss des Verwaltungsrats.

Struktur des Kaufpreises und Zusatzzahlung

Der Kaufpreis setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Auf 203 Millionen US-Dollar (2.077 Millionen SEK) entfallen Schuldscheine (Promissory Notes), die spätestens bis zum 31. Dezember 2024 in bar zu begleichen sind. Zwischen Juni und September 2024 werden Teilzahlungen von insgesamt 65 Millionen US-Dollar (665 Millionen SEK) geleistet, der Rest folgt bei Fälligkeit. Ab dem 1. Oktober 2024 verzinsen sich ausstehende Beträge mit zehn Prozent pro Jahr. Hinzu kommen nach IFRS absorbierte Earnout-Verbindlichkeiten von 44 Millionen US-Dollar (450 Millionen SEK). Embracer kann zudem eine zusätzliche Vergütung von bis zu 94 Millionen US-Dollar (962 Millionen SEK) erhalten, sofern Beacon Interactive die Vermögenswerte unter bestimmten Bedingungen zu einem höheren Preis weiterveräußert.

Zu den veräußerten Vermögenswerten zählen 38 laufende Spieleentwicklungsprojekte mit einem Buchwert von rund 2,3 Milliarden SEK sowie proprietäre Engine-Technologie und Werkzeuge der betroffenen Gesellschaften. Übertragen werden sämtliche Saber-Studios sowie unter anderem DIGIC, Fractured Byte, Mad Head Games, New World Interactive, Nimble Giant, Sandbox Strategies, Slipgate und 3D Realms. Alle russischen Beschäftigten wurden in neue Gesellschaften überführt, die vollständig dem lokalen Management gehören und ausschließlich für den Käufer arbeiten. Für die russischen Gesellschaften leitet Embracer ein Liquidationsverfahren zur Auflösung ein.

Verbleibende Studios, Option auf 4A Games und Zen Studios

Beacon Interactive erhält ein Optionsrecht, 4A Games und Zen Studios innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem festen Preis zu erwerben. Die vollständigen Konditionen bleiben aus geschäftlichen Gründen unter Verschluss. Der Verwaltungsrat geht davon aus, dass der Ausübungspreis mindestens den Marktwert der Studios abbildet und deutlich über deren aktuellem Nettobuchwert inklusive Goodwill von 81 Millionen US-Dollar (829 Millionen SEK) liegt. Bei Ausübung übernimmt der Käufer zusätzliche Earnout-Verbindlichkeiten von rund 31 Millionen US-Dollar (317 Millionen SEK). Die langfristigen Lizenz- und Publishing-Rechte an allen gegenwärtigen und künftigen PC- und Konsolenspielen der Metro-Reihe verbleiben bei der Embracer-Tochter PLAION und bestehen unabhängig von der Optionsausübung fort.

Embracer behält unter anderem 34 Big Things, Aspyr, Beamdog, Demiurge, Shiver, Snapshot, Tripwire und Tuxedo Labs sowie vorbehaltlich der Optionsvereinbarungen 4A Games und Zen Studios. In der verbleibenden Pipeline liegen 14 Spiele mit einem Buchwert von rund 0,5 Milliarden SEK, darunter das nächste AAA-Projekt von 4A Games, Killing Floor 3 und die laufende Entwicklung von Teardown. Nach vollständiger Rückzahlung der Schuldscheine reduziert sich die Nettoverschuldung um rund 2,1 Milliarden SEK, die Investitionen sinken um etwa 1,2 Milliarden SEK. Zum Closing erwartet Embracer einen nicht zahlungswirksamen Nettoaufwand von rund 6,0 Milliarden SEK, der überwiegend auf den Goodwill-Buchwert von Saber Interactive zurückgeht. Lars Wingefors, Mitgründer und Group CEO von Embracer, sprach von einer Win-win-Lösung, die beide Unternehmen in eine stärkere Position bringe und Embracer den Ausstieg aus Russland ermögliche, während wichtige Gesellschaften, IPs und künftige Publishing-Rechte erhalten blieben.

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