Embracer veräußert Easybrain für 1,2 Mrd. USD an Tencent-Tochter Miniclip

Die schwedische Embracer Group AB hat am 14. November 2024 angekündigt, die operative Einheit Easybrain an den Mobile-Spezialisten Miniclip zu veräußern. Der Kaufpreis liegt bei 1,2 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 12,9 Milliarden Schwedische Kronen, auf einer Cash- und Debt-free-Basis. Übernommen werden 100 Prozent des Unternehmens, gezahlt wird vollständig in bar. Miniclip gehört zum chinesischen Technologiekonzern Tencent.

Easybrain gehörte über drei Jahre zur Embracer-Gruppe und ist auf werbefinanzierte Casual- und Puzzle-Titel für Mobilgeräte spezialisiert. Zum Portfolio zählen Marken wie Sudoku.com. Die Gründer und das Senior Management, Oleg Grushevich, Peter Skoromnyi und Matvey Timoshenko, bleiben Embracer-Aktionäre. Grushevich führt Easybrain weiterhin als CEO. Saad Choudri, CEO von Miniclip, bezeichnete den Erwerb als Stärkung der eigenen Position im werbegetriebenen Mobile-Game-Segment.

Finanzielle Eckdaten der Transaktion

Die erwarteten Nettoerlöse nach Transaktions-, Hedging-, Beraterkosten und weiteren zugehörigen Aufwendungen belaufen sich auf etwa 12,7 Milliarden SEK. Mit dem Closing werden 5.313.559 B-Aktien freigegeben, die unter Clawback ausgegeben wurden und der Erfüllung von Earnout-Verpflichtungen dienen. Im Geschäftsjahr 2023/24 mit Stichtag März 2024 steuerte Easybrain Nettoumsätze von 3.395 Millionen SEK bei. Das Adjusted EBIT lag bei 1.392 Millionen SEK, das Adjusted EBITDAC bei 1.382 Millionen SEK. Auf die Nutzerakquise entfielen 1.524 Millionen SEK, was 45 Prozent der Nettoumsätze entspricht.

Auswirkung auf die Verschuldung der Gruppe

Der Verkauf verändert die Bilanzsituation von Embracer spürbar. Die Nettoverschuldung von 13,2 Milliarden SEK zum Ende des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2024/25 sinkt auf pro forma rund 0,5 Milliarden SEK. Klammert man die Verbindlichkeiten der separat geführten Asmodee-Struktur in Höhe von etwa 9,4 Milliarden SEK aus, bleibt für das verbleibende Embracer-Geschäft eine Pro-forma-Nettoliquidität von rund 8,9 Milliarden SEK. Damit setzt der Konzern seinen Konsolidierungskurs fort, der zuletzt auch personelle Wechsel in Tochterunternehmen wie dem Publisher Plaion nach sich zog. Das Closing wird für die ersten Monate des Jahres 2025 erwartet und steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen einschließlich regulatorischer Genehmigungen. Beraten wurde Embracer von Aream & Co., Covington & Burling LLP sowie EY, Miniclip von BofA Securities, Latham & Watkins und KPMG.

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