Electronic Arts hat die Übernahme des britischen Rennspielspezialisten Codemasters abgeschlossen. Wie das Unternehmen am 18. Februar 2021 mitteilte, zahlt der Konzern 604 Pence in bar je Codemasters-Stammaktie. Das entspricht einem implizierten Unternehmenswert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Damit ist ein mehrmonatiger Bieterprozess beendet, in dem sich EA gegen den Konkurrenten Take-Two Interactive durchsetzte.
Die etablierten Rennsportmarken von Codemasters wechseln mit dem Geschäft den Besitzer. Dazu gehören die offizielle Formel-1-Reihe, DiRT, DiRT Rally, GRID sowie Project CARS. EA bündelt diese Franchises mit dem eigenen Portfolio, zu dem Need for Speed und die Mobile-Reihe Real Racing zählen. CEO Andrew Wilson verwies auf die wachsende Rennsportbegeisterung weltweit und auf die Chance, aus dem kombinierten Portfolio neue Spielerlebnisse zu entwickeln. Den Schritt versteht Electronic Arts als Ausbau der eigenen Sportsparte. Codemasters-CEO Frank Sagnier erklärte, die Partnerschaft solle den Teams ermöglichen, die anerkannten Franchises über das Spielernetzwerk des Konzerns einem größeren globalen Publikum zugänglich zu machen.
Bieterkampf mit Take-Two
Vor der Übernahme stand ein Wettbieten. Im November 2020 hatte Take-Two Interactive eine Einigung mit dem Codemasters-Board über einen Erwerb im Wert von knapp einer Milliarde US-Dollar bekanntgegeben. Der Verwaltungsrat von Codemasters zog seine Empfehlung für das Take-Two-Angebot später zurück und sprach sich stattdessen für das höher bewertete Angebot von Electronic Arts aus. Den Ausschlag gab die von EA angesetzte Bewertung von 1,2 Milliarden US-Dollar. Strukturiert wurde die Vereinbarung als sogenanntes Scheme of Arrangement nach britischem Gesellschaftsrecht.
Was EA mit den Rennmarken vorhat
Mit dem Abschluss steht EA im Segment der Rennsimulationen und lizenzierten Motorsporttitel deutlich breiter da. Codemasters hält die offizielle Formel-1-Lizenz und bringt Studios mit, die seit Jahren Racing-Titel entwickeln. EA stellte in Aussicht, den Codemasters-Marken Zugang zum konzerneigenen Spielernetzwerk von mehr als 430 Millionen Accounts zu eröffnen, dazu plattformübergreifende Abodienste sowie globale Publishing- und Marketinginfrastruktur. Wie die Studios integriert werden und wie die künftige Veröffentlichungsstrategie aussieht, ließ die Mitteilung zum Vollzug zunächst offen.