Auf der E3 in Los Angeles stellte Microsoft am 12. Mai 2004 Xbox Live Arcade vor, einen digitalen Vertriebsdienst für kompakte Arcade- und Gelegenheitsspiele auf der ursprünglichen Xbox. Die Vorstellung lief im Rahmen der Xbox-Pressekonferenz und gehört zu einer breiteren Strategie für den Onlinedienst, der bis dahin vor allem für Mehrspieler-Matchmaking stand. Gemeint ist ein Segment kleinerer, günstiger Titel, das auf Konsolen bislang kaum eine Rolle spielte und nun über Xbox Live erschlossen werden soll.
Wie der Download und der Kauf funktionieren
Als Vorbild dient das Modell digitaler Distribution, das Apple mit iTunes für Musik bekannt gemacht hat. Die Spiele kommen über Xbox Live auf die Konsole, bezahlt wird per Kreditkarte direkt am Gerät, und der Lizenzschlüssel landet auf der Festplatte der Xbox. Vor dem Kauf gibt es Probeversionen zum Download, entweder zeitlich oder im Umfang begrenzt. Die Preise reichen vom niedrigen einstelligen bis in den niedrigen zweistelligen Dollarbereich und bleiben damit klar unter dem, was Vollpreisspiele auf Datenträger kosten.
Zum Start setzt die Plattform auf eine Mischung aus physischer und digitaler Verteilung. Die Basissoftware liegt auf einer Disc, die eine vollständige Version von Ms. Pac-Man sowie den Zugang zu weiteren, über Xbox Live ladbaren Inhalten mitbringt. So umgeht Microsoft die noch dünne Verbreitung von Breitbandanschlüssen und schafft gleichzeitig einen festen Einstiegspunkt in den Katalog.
Sechs Titel zum Start am 6. November
Auf den Markt kommt Xbox Live Arcade am 6. November 2004 für die ursprüngliche Xbox. Der Katalog startet mit sechs Titeln und soll bis zum Jahresende auf zwölf Spiele wachsen. Die Start-Disc bekommt man auf mehreren Wegen: per Versand gegen Versandkosten über die Microsoft-Website, als Beilage zu Sonderausgaben des Official Xbox Magazine und im Bündel mit dem Rennspiel Forza Motorsport. Damit will Microsoft möglichst viele Spieler erreichen.
Technisch baut Microsoft damit eine Infrastruktur für digitale Auslieferung, Bezahlung und Lizenzverwaltung auf, die komplett auf der Konsole läuft. Das auf der ersten Xbox erprobte Modell bildet später die Grundlage für die vollständig digitale Integration von Xbox Live Arcade in die Systemoberfläche der Nachfolgegeneration.