E-Sport in Berlin: Anhörung diskutiert Vereine und Trainingsräume

Der Berliner Sportausschuss hat am 27. Mai 2016 über Anerkennung und Förderung von E-Sport beraten. Im Mittelpunkt der öffentlichen Anhörung standen Vereinsstrukturen und Trainingsmöglichkeiten. Ein Anerkennungsbeschluss fiel nicht: Der Ausschuss wollte das Wortprotokoll auswerten und das Thema später erneut behandeln.

Landessportbund verweist auf seine Aufnahmekriterien

Heiner Brandi vom Landessportbund Berlin lehnte eine Anerkennung nach den Kriterien des organisierten Sports ab. Er verwies auf die Anforderungen an eigenmotorische Aktivität und gemeinnützige Organisationen. Das war die Position des Verbands, keine in der Sitzung beschlossene Gesetzesänderung. Bereits zuvor hatte Innensenator Frank Henkel die fehlende Anerkennung von E-Sport im Abgeordnetenhaus angesprochen.

Amateurteams benötigen feste Trainingsorte

Jan Dominicus beschrieb fehlende Anreize zum Aufbau eines Dachverbands: Publisher und kommerzielle Veranstalter übernähmen bereits viele Aufgaben des Wettbewerbsbetriebs. Lose Mannschaftsstrukturen erschwerten dagegen Nachwuchsförderung und den Übergang in den Profibereich.

Philip Brülke von der Meltdown Bar Berlin warb für Räume, in denen Amateurteams regelmäßig gemeinsam trainieren könnten. Vereine könnten Mannschaften stabilisieren und eigene Wettbewerbe organisieren. Damit betraf die Anhörung neben der Sportdefinition auch die Infrastruktur unterhalb des professionellen Turnierbetriebs. Eine gesondert auf der Tagesordnung stehende Initiative zur Anerkennung auf Bundesebene wurde vertagt.

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