DRAM 2016: TrendForce erwartet stabilere Vertragspreise im dritten Quartal

DRAMeXchange hat am 16. Juni 2016 eine Stabilisierung der DRAM-Vertragspreise im dritten Quartal erwartet. Die TrendForce-Sparte berichtete zugleich von bereits steigenden Spotpreisen einzelner DDR3- und DDR4-Chips. Eine pauschale Zusage weiter sinkender Preise bis 2017 ergibt sich aus der Analyse nicht.

Nach 19 Monaten fallender durchschnittlicher Vertragspreise sahen die Analysten eine mögliche Entspannung des Überangebots. Sie senkten ihre Prognose für das Wachstum der produzierten Speicherbits 2016 von 25 auf 23,1 Prozent. Das beschreibt Datenkapazität, nicht die Zahl fertiger RAM-Module.

Mobile DRAM konkurriert um Fertigungskapazität

TrendForce erwartete eine Verlagerung von PC- zu mobilem DRAM und verwies auf Probleme bei der Fertigungsausbeute neuer Prozesse. Steigende Nachfrage und begrenztes Angebotswachstum sollten den Preisdruck verändern. Diese Aussagen sind die damalige Prognose der Analysten, keine nachträglich bestätigte Preisentwicklung.

Samsung hatte am 5. April die Serienproduktion von DDR4 der 10-nm-Klasse angekündigt. Die Bezeichnung umfasst laut Hersteller Prozesse zwischen 10 und 19 Nanometern. Ein neuer Fertigungsprozess ist daher weder gleichbedeutend mit exakt 10 Nanometern noch automatisch ein Nachweis größerer kurzfristig verfügbarer Liefermengen.

Auch SK hynix hatte für 2016 Produktionstermine für HBM2 genannt. Das betrifft gestapelten Hochbandbreitenspeicher, nicht dieselben Produkte wie gewöhnliche DDR3- oder DDR4-PC-Module. Aussagen zu einem Speichersegment dürfen deshalb nicht ungeprüft auf ein anderes übertragen werden.

Chippreise sind keine Einkaufspreise für den Arbeitsplatz

Für die Ausstattung von Entwicklungsrechnern bleibt der Unterschied zwischen Spotmarkt, OEM-Vertrag und fertigem Modul wichtig. Die redaktionelle Folgerung: Eine Marktprognose kann die Beschaffungsplanung unterstützen, ersetzt aber kein konkretes Angebot für die benötigte Kapazität und Konfiguration. Größere RAM-Ausstattung ist zudem nur dann nützlich, wenn die tatsächlichen Projekte sie beanspruchen.

Archivhinweis: Der Beitrag dokumentiert den Marktbericht vom Juni 2016. Er enthält keine aktuellen RAM-Preise oder Kaufempfehlung. Das offizielle Samsung-Bild stammt aus der DDR4-Ankündigung vom April 2016 und ist kein Preisdiagramm.

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