Im professionellen Dota-2-E-Sport reicht individuelle Spielstärke allein nicht aus. Das sagte Simon „Handsken“ Haag vom Team Complexity im Gespräch bei der ESL One Frankfurt. Das am 25. Juni 2016 veröffentlichte Interview beschreibt die Anforderungen an Spieler in einer Szene mit hohen Preisgeldern und großen Hallenveranstaltungen.
Für die Zusammenstellung eines Top-Teams nannte Haag ähnliche Spielstile und einen vergleichbaren Umgang mit überraschenden Situationen. Auch außerhalb der Matches müsse die Gruppe funktionieren. Manche Spieler wollten Fehler direkt gemeinsam besprechen, andere benötigten zunächst Abstand. Entscheidend sei, wie die Persönlichkeiten zusammenarbeiten.
Teamarbeit und öffentliche Aufgaben
Haag beschrieb die Zusammenarbeit als dauerhaften Alltag. Spieler leben, reisen und trainieren gemeinsam, wodurch Vertrauen auch außerhalb des Spiels wichtig wird. Ein objektiv stärkerer Spieler passe deshalb nicht automatisch besser in eine Mannschaft als eine Person, die mit dem bestehenden Team gut harmoniert.
Für Organisationen zählten daneben Bekanntheit, Ruf und mediale Präsenz. Spieler sollten mit Kameras, Streams und weiteren Verpflichtungen umgehen können. Das Interview verwies damit auf einen E-Sport-Berufsalltag, der neben Training und Wettbewerb auch öffentliche Kommunikation und interne Teamarbeit umfasst. Eine offizielle Rocket-League-Liga hatte wenige Monate zuvor ebenfalls gezeigt, wie stark Turnierstrukturen und Übertragungen zusammenwuchsen.
Die Aussagen bezogen sich auf die damalige Situation rund um Dota 2 und die ESL One Frankfurt. Sie waren keine allgemeingültige Auswahlregel für jedes Team, gaben aber einen konkreten Einblick in die Kriterien eines Spielers aus dem damaligen Profibetrieb.
