BMWi und BMBF haben am 29. Oktober 2019 beim Digital-Gipfel in Dortmund das Konzept für die Dateninfrastruktur Gaia-X vorgestellt. Dezentrale Infrastrukturdienste sollen zu einem gemeinsam nutzbaren System verbunden werden. Die Initiative zielt auf mehr Kontrolle der Nutzer über ihre Daten und bessere Skalierungsmöglichkeiten für europäische Cloud-Anbieter.
Geplant ist ein offenes Ökosystem, in dem Daten bereitgestellt, zusammengeführt und geteilt werden können. Die Projektbeschreibung schließt auch Unternehmen außerhalb Europas ein, sofern sie die Ziele der Datensouveränität und Datenverfügbarkeit teilen. Die Vorstellung eines Konzepts bedeutet allerdings noch nicht, dass ein fertiger Cloud-Dienst für den produktiven Betrieb verfügbar ist.
IT-Mittelstand fordert marktfähige Umsetzung
Der Bundesverband IT-Mittelstand begrüßt Gaia-X, fordert aber eine schnelle Umsetzung und konkurrenzfähige Angebote. Präsident Oliver Grün nennt Ende 2020 als gewünschtes Umsetzungsziel. Das ist eine Forderung des Verbands, kein hiermit bestätigter Starttermin. Der BITMi verlangt außerdem, die Marktannahme laufend zu prüfen und das Leistungsportfolio bei Bedarf anzupassen.
Vernetzung ersetzt keine betriebliche Cloud-Planung
Für Entwicklungsteams sind Anbieterwahl und technische Portabilität praktische Fragen, etwa beim Betrieb von Build-Systemen oder Serverdiensten. Werkzeuge wie Pulumi 1.0 verwalten bereits Infrastruktur verschiedener Cloud-Anbieter. Gaia-X adressiert dagegen die übergreifende Vernetzung und Nutzung von Dateninfrastruktur. Ob daraus ein passendes Angebot für einen konkreten Entwicklungsbetrieb entsteht, lässt sich aus der Konzeptvorstellung allein nicht ableiten.

