Crytek will den Rechtsstreit mit Cloud Imperium Games und Roberts Space Industries zunächst beenden, sich aber eine spätere Klage offenhalten. In einem am 3. Januar 2020 eingereichten Schriftsatz beantragt das Unternehmen eine freiwillige Einstellung ohne endgültigen Anspruchsverzicht. Crytek möchte nach der tatsächlichen Veröffentlichung von Squadron 42 als eigenständigem Spiel erneut klagen können. Der Antrag ist keine gerichtliche Entscheidung über die Einstellung.
Crytek begründet den Schritt damit, dass der auf Squadron 42 bezogene Anspruch nach den erhaltenen Auskünften noch nicht entscheidungsreif sei. Das Unternehmen möchte zusammenhängende Streitpunkte später in einem Verfahren behandeln und doppelte Beweisaufnahmen vermeiden. Teile der öffentlich verfügbaren Begründung sind geschwärzt. Daraus lässt sich weder ein bestätigter Veröffentlichungstermin noch der vollständige Inhalt der zwischen den Parteien ausgetauschten Angaben ableiten.
Cloud Imperium will dem Antrag widersprechen
Eine von beiden Seiten unterzeichnete Vereinbarung über Verfahrensfristen vom 2. Januar hält fest, dass Cloud Imperium dem Einstellungsantrag widersprechen will. Das Studio vertritt dort die Position, dass Beweisaufnahme und Prozessvorbereitung bis zu einer entsprechenden Gerichtsentscheidung fortgesetzt werden müssen. Crytek möchte diese Arbeiten dagegen vorerst aussetzen. Beide Seiten beantragen zugleich, den bereits auf den 16. Juni 2020 angesetzten Prozess auf den 13. Oktober zu verschieben. Das Dokument beschreibt einen gemeinsamen Antrag, keinen bereits genehmigten neuen Termin.
Der im Dezember 2017 begonnene Streit um die CryEngine-Lizenz betrifft Vorwürfe zu Vertragsbruch und Urheberrechtsverletzungen. Crytek beantragt jetzt eine Einstellung ohne zusätzliche Bedingungen. Nach dem gemeinsamen Fristenplan soll Cloud Imperium bis zum 24. Januar auf den Antrag antworten, Crytek anschließend bis zum 7. Februar erwidern. Über die Berechtigung der gegenseitigen Positionen entscheiden diese Schriftsätze noch nicht.

