Mit der T705 hat die Micron-Consumer-Marke Crucial am 20. Februar 2024 angekündigt, das eigene Portfolio an PCIe-5.0-Laufwerken nach oben hin neu zu sortieren. Die M.2-2280-SSD erreicht laut Herstellerangaben sequenzielle Leseraten von bis zu 14.500 MB/s und Schreibraten von bis zu 12.700 MB/s und setzt sich damit zum Marktstart an die Spitze der verfügbaren Endkunden-SSDs. Zum Vergleich: Das bisherige Spitzenmodell T700 lag bei rund 12.400 beziehungsweise 11.800 MB/s.
Technisch basiert die T705 auf dem Phison-Controller PS5026-E26 in Verbindung mit Microns 232-Layer-3D-TLC-NAND. Angeboten wird das Laufwerk in den Kapazitäten 1, 2 und 4 TB, jeweils wahlweise mit einem Kühlkörper aus Aluminium und Kupfer oder ohne Heatsink für Mainboards mit eigener M.2-Kühlung. Eine auf 2 TB limitierte Edition mit weißem Kühlkörper rundet das Angebot für den Bau heller Systeme ab. Bei den wahlfreien Zugriffen nennt Crucial je nach Kapazität bis zu 1.550.000 IOPS lesend und bis zu 1.800.000 IOPS schreibend.
Relevanz für DirectStorage und Velocity-orientierte Engines
Für Spiele-Engines, die auf Microsofts DirectStorage-API setzen, zählt nicht allein die Spitzenbandbreite. Entscheidend ist die Fähigkeit, viele kleine Datenanforderungen mit hohen IOPS und niedriger Latenz parallel zu bedienen. Die mit der Xbox-Series-Architektur eingeführte Velocity-Logik verfolgt denselben Ansatz auf Konsolenseite. Texturen und Assets wandern direkt vom Speicher in den Grafikspeicher, ohne den Umweg über die CPU. Wie konsequent dieses Streaming-Modell im Konsolenalltag greift, zeigte sich zuletzt etwa im Test der WD_BLACK C50 Erweiterungskarte. Auf dem PC profitiert das gleiche Muster von Datenraten, wie sie die T705 bereitstellt. Crucial beziffert die Beschleunigung beim Laden von AAA-Titeln mit DirectStorage auf bis zu 15 Prozent gegenüber der vorherigen Generation.
Wie stark sich die nominellen Sequenzialwerte in der Praxis niederschlagen, hängt von Engine, Treiber und Plattform ab. Die T705 bleibt abwärtskompatibel zu PCIe Gen3 und Gen4, entfaltet ihr volles Tempo aber nur auf Plattformen mit Gen5-Anbindung, etwa Intel Core der 13. und 14. Generation sowie AMD Ryzen 7000.
Warum Kühlung bei Gen5 zum Thema wird
Die höhere Bandbreite der Gen5-Generation geht mit einer gestiegenen Verlustleistung von Controller und NAND einher. Crucial gibt für die T705 eine adaptive Temperaturregelung an, die bei 81 Grad Celsius eine Drosselung einleitet und bei 90 Grad Celsius eine Schutzabschaltung auslöst. Der mitgelieferte Kühlkörper aus Aluminium und Kupfer soll die Abwärme passiv abführen und so eine vorzeitige Drosselung unter Dauerlast vermeiden. Ein aktiver Lüfter ist nach Herstellerangabe nicht erforderlich.
Die heatsink-lose Variante adressiert Systeme, deren Mainboard bereits eine M.2-Kühllösung mitbringt. Wer keine ausreichende Kühlung im Gehäuse hat, greift sinnvoller zur Heatsink-Ausführung, denn Gen5-Laufwerke halten ihre Spitzenwerte nur bei kontrollierten Temperaturen. Crucial gewährt fünf Jahre Garantie, begrenzt auf das jeweils zuerst erreichte Ende der spezifizierten Gesamtschreibmenge. Der Versand der T705 war für den 12. März 2024 vorgesehen.
