Electronic Arts hat am 3. März 2025 den Quellcode von vier klassischen Command & Conquer Titeln unter der GNU General Public License veröffentlicht. Der Code liegt öffentlich auf GitHub und kann von jedem heruntergeladen, verändert und weiterverwendet werden.
Zu den veröffentlichten Spielen gehören Command & Conquer: Tiberian Dawn samt der Erweiterung Kane’s Wrath, Command & Conquer: Red Alert, Command & Conquer: Renegade sowie Command & Conquer: Generals mit der Erweiterung Zero Hour. Auffällig ist das Fehlen von Red Alert 2 aus dem Jahr 2000. Nach bisherigen Informationen soll es an technischen Schwierigkeiten bei der Aufbereitung des alten Codes gelegen haben.
Steam Workshop und neue Modding-Werkzeuge
Parallel zur Quellcode-Freigabe hat EA die Steam-Workshop-Unterstützung für mehrere weitere Titel der Reihe aktiviert, darunter Renegade, Generals & Zero Hour, Tiberium Wars & Kane’s Wrath, Red Alert 3 & Uprising sowie Tiberian Twilight. Modder erhalten damit einen einfacheren Weg, eigene Inhalte zu verbreiten und zu installieren.
Zusätzlich stellte EA aktualisierte Werkzeuge bereit, darunter einen überarbeiteten Mission Editor und den World-Builder. Ein eigenes Paket namens „C&C Modding Support“ enthält außerdem XML-, Schema-, Skript-, Shader- und Kartendateien, mit denen Fans tiefer in die Spielmechanik eingreifen können als bisher.
Community half bei der Aufbereitung
Laut einem Blogbeitrag auf Steam hat der 20-jährige Community-Veteran Luke „CCHyper“ Feenan gemeinsam mit EA-Mitarbeitern daran gearbeitet, die alten Quellcode-Archive wieder in einen nutzbaren Zustand zu versetzen. Feenan ist in der Modding-Szene rund um Command & Conquer seit Jahren aktiv und bringt entsprechendes Detailwissen über die alte Codebasis mit.
Kompilieren bleibt aufwendig
Wer den Code tatsächlich selbst übersetzen möchte, braucht Geduld. Die begleitende Dokumentation weist auf erhebliche Hürden hin: Der stark C++-lastige Code verlangt zahlreiche einzelne SDKs, moderne Compiler setzen strengere C++-Standards durch als zur Entstehungszeit üblich, und für eine Portierung auf Win64 wären umfangreiche Anpassungen am Quellcode nötig.
Für die Modding-Community erleichtert die Freigabe künftige Projekte erheblich. Command & Conquer prägte in den neunziger Jahren das Echtzeitstrategie-Genre mit, Fans pflegen die alten Titel seit Jahren in Eigenregie weiter. Mit offenem Quellcode und offiziellem Werkzeugkasten steht dieser Arbeit nun eine solide technische Basis zur Verfügung.
