Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft am 13. Oktober 2023 final freigegeben. Möglich machte das eine umgebaute Transaktion: Die globalen Cloud-Streaming-Rechte an Activisions PC- und Konsolentiteln außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) wandern noch vor dem Vollzug der Übernahme an Ubisoft Entertainment. Damit fällt die letzte regulatorische Hürde für einen Zusammenschluss, den die CMA in seiner ursprünglichen Form im April 2023 noch untersagt hatte.
Cloud-Streaming-Rechte wandern für 15 Jahre zu Ubisoft
Im Zentrum der neuen Struktur steht die Abtretung der Cloud-Streaming-Rechte für sämtliche aktuellen und künftigen Activision-PC- und -Konsolenspiele der nächsten 15 Jahre. Ausgenommen bleibt der EWR, für den separate Regelungen aus den EU-Verpflichtungszusagen gelten. Ubisoft bekommt die Rechte exklusiv für die Gebiete außerhalb des EWR. Der Konzern kann frei über Geschäftsmodelle entscheiden, also Abonnement oder Einzelkauf, und darf an Wettbewerber unterlizenzieren, Microsoft eingeschlossen. Im Gegenzug zahlt Ubisoft einmalig einen Betrag und obendrein eine Großhandelspreis-Komponente, die sich an der tatsächlichen Nutzung bemisst. Betroffen sind dabei reichweitenstarke Marken wie Call of Duty, Overwatch und World of Warcraft, die nun über Microsoft hinaus auch bei einem direkten Konkurrenten landen.
Undertakings in Lieu als Sicherheitsnetz
Restzweifel hatte die CMA dennoch. Sie fürchtete, die Abrede mit Ubisoft könne umgangen, beendet oder am Ende nicht durchgesetzt werden. Microsoft und Activision legten deshalb Undertakings in Lieu vor, also bindende Verpflichtungszusagen, die eine vertiefte Phase-2-Prüfung ersetzen. Sie sollen dafür sorgen, dass die Veräußerung an Ubisoft komplett umgesetzt wird und für die Behörde durchsetzbar bleibt. Nach einer Konsultation nahm die CMA die Zusagen an und gab den Deal frei. CMA-Chefin Sarah Cardell erklärte, der Verkauf der Cloud-Streaming-Rechte an Ubisoft stelle sicher, dass Microsoft in diesem wichtigen und rasch wachsenden Markt keine beherrschende Stellung einnehmen könne. Die Verpflichtungszusagen nannte die Behörde ein notwendiges Sicherheitsnetz für die saubere Umsetzung des Geschäfts.
