Am 29. November 2021 hat Microsoft Clarity Boost vorgestellt, ein clientseitiges Skalierungsverfahren, das ausschließlich im Browser Microsoft Edge läuft. Die Funktion arbeitet weder serverseitig noch am Encoding, sondern verbessert die wahrgenommene Bildqualität des bereits dekodierten Videostreams direkt auf dem Endgerät. Die Ankündigung kam von Milena Gonzalez, Program Manager bei Xbox. Gedacht ist das Ganze für Xbox Cloud Gaming.
Wie die Skalierung auf dem Gerät funktioniert
Xbox Cloud Gaming schickt Spielinhalte als komprimierten Videostream an das Endgerät. Wird dieser Stream auf die native Auflösung des Anzeigegeräts hochgerechnet, treten je nach Skalierungsalgorithmus sichtbare Qualitätsverluste auf. Genau hier greift Clarity Boost. Nach Angaben von Microsoft kommt eine Reihe clientseitiger Skalierungsverbesserungen zum Einsatz, die die visuelle Qualität des Videostreams anheben. Weil die Berechnung lokal im Browser passiert, bleibt die übertragene Datenmenge gleich, das dargestellte Bild soll trotzdem schärfer wirken. An Bitrate oder serverseitiger Kodierung ändert sich also nichts, der Effekt beschränkt sich auf die Darstellung im Browserfenster.
Verfügbarkeit und Aktivierung
Zum Start lief Clarity Boost nur unter Microsoft Edge Canary in Version 96.0.1033.0 oder neuer. Microsoft wollte das Feature im Verlauf des Folgejahres auf alle Edge-Nutzer ausweiten. Eingeschaltet wird es während einer laufenden Cloud-Gaming-Sitzung. Nach der Anmeldung unter xbox.com/play und dem Start eines Titels findet sich Clarity Boost im Menü der weiteren Aktionen. Welche Browserversion installiert ist, zeigt edge://settings/help. Dass die Funktion an Edge gebunden ist, hat einen technischen Grund: Die Skalierungsverbesserungen stecken in der Rendering-Pipeline des Browsers und stehen in dieser Form in anderen Browsern nicht bereit.