NVIDIA hat am 6. Januar 2025 im Rahmen der CES im Technical Blog RTX Mega Geometry vorgestellt und die Verfügbarkeit über den RTX-Branch von Unreal Engine 5 (NvRTX) angekündigt. Die Technik beschleunigt den Aufbau der Bounding Volume Hierarchy (BVH) und soll das Raytracing von bis zu 100-mal mehr Dreiecken als bisher ermöglichen. Damit adressiert NVIDIA das Zusammenspiel von dichter Geometrie und Echtzeit-Strahlenverfolgung, das durch das Nanite-System der Unreal Engine 5 mit Szenen aus mehreren hundert Millionen Dreiecken zunehmend relevant wird.
Nanite-Geometrie vollständig im Strahlengang
Der Engpass beim Pathtracing komplexer Welten liegt im Aufbau und der Aktualisierung der Beschleunigungsstrukturen, die für jeden Frame berechnet werden. RTX Mega Geometry gruppiert und aktualisiert die Geometrie geclustert in Echtzeit, wodurch BVH-Bauzeiten, Speicherbedarf und CPU-Last sinken. Laut NVIDIA lassen sich so auch animierte Subdivision-Surfaces mit mehreren hundert Millionen Dreiecken in den Strahlengang aufnehmen. Für das Nanite-System bedeutet das, dass die im Rasterizer sichtbare Detailgeometrie auch für raytraced Schatten, Reflexionen und globale Beleuchtung zur Verfügung steht, statt wie bisher mit reduzierten Proxy-Geometrien zu arbeiten. Die Entwicklung von Nanite selbst treibt Epic mit Versionen wie der Unreal Engine 5.8 weiter voran, sodass die Geometriedichte tendenziell weiter wächst.
RTX Mega Geometry gehört zum breiteren RTX Kit, das zur CES zusammen mit RTX Neural Shaders, RTX Neural Texture Compression, RTX Neural Materials, dem Neural Radiance Cache sowie RTX Neural Faces und dem RTX Character Rendering SDK vorgestellt wurde. Innerhalb dieses Pakets übernimmt RTX Mega Geometry die Skalierung der Szenengeometrie, während die neuronalen Verfahren auf Materialien, Texturen und Beleuchtung zielen.
Verfügbarkeit über NvRTX und als SDK
Für Entwickler mit Unreal Engine 5 kündigt NVIDIA die Integration über den RTX-Branch von Unreal Engine (NvRTX) an. Damit lässt sich Nanite nutzen und nach Herstellerangaben jedes Dreieck eines Projekts vollständig raytracen. Studios mit eigenen Engines erhalten RTX Mega Geometry als SDK innerhalb des RTX Kit, das NVIDIA für Ende Januar 2025 in Aussicht stellt. Die Technik setzt auf den Tensor- und RT-Cores der GeForce-RTX-Hardware auf und reiht sich in eine Roadmap ein, zu der auch Bausteine wie das NVIDIA ACE Game Agent SDK rund um neuronales Rendering und KI-gestützte Grafik zählen.