Belgisches Parket eröffnet Strafverfahren gegen EA wegen FIFA-Loot-Boxes

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren gegen Electronic Arts. Im Mittelpunkt standen kostenpflichtige Loot-Boxes in FIFA 18 und FIFA 19, die der Publisher trotz einer Aufforderung nicht aus dem belgischen Markt genommen hatte. Das belgische Parket bestätigte die Ermittlungen am 10. September 2018 gegenüber VRT NWS.

Konkret ging es um FIFA-Points und die damit gekauften FUT-Packs im Ultimate-Team-Modus. Käufer erhielten virtuelle Pakete, ohne den Inhalt vor dem Kauf zu kennen. Die belgische Glücksspielkommission sah in diesem Zufallsmechanismus ein Glücksspielangebot, das ohne Lizenz nicht zulässig war. Bereits im Mai 2018 hatte EA die Einstufung als Glücksspiel zurückgewiesen.

Vom Kommissionsbeschluss zum Strafverfahren

Die Kansspelcommissie hatte im April 2018 Loot-Boxes in mehreren Spielen untersucht und die kostenpflichtigen Varianten als illegales Glücksspiel bewertet. Mehrere Anbieter passten ihre belgischen Versionen an. Blizzard stellte Ende August den Verkauf von Loot-Boxes in Overwatch und Heroes of the Storm in Belgien ein. Valve und 2K Games hatten zuvor ebenfalls Änderungen angekündigt.

Electronic Arts kam der Aufforderung zunächst nicht nach. Deshalb gab die Kommission den Vorgang an die Brüsseler Staatsanwaltschaft ab. Das Parket prüfte, ob ein Verstoß gegen das belgische Glücksspielgesetz vorlag und ob Anklage erhoben werden sollte. EA argumentierte, jedes Paket enthalte eine festgelegte Zahl an Objekten und diese ließen sich nicht offiziell gegen Echtgeld auszahlen.

Auswirkungen auf den belgischen Markt

Der Fall verlagerte die Auseinandersetzung von einer Verwaltungsentscheidung auf die strafrechtliche Ebene. Anfang 2019 stellte Electronic Arts den Verkauf von FIFA-Points in Belgien schließlich ein. Für Publisher mit plattformübergreifenden Spielen wurde das Verfahren zu einem frühen Beispiel dafür, dass Monetarisierungssysteme auch außerhalb der Spielebranche rechtlich bewertet werden.

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