Aus für die Overwatch League: Champions Series mit ESL FACEIT Group und WDG als Nachfolger

Blizzard Entertainment hat das Franchise-Modell der Overwatch League endgültig aufgegeben und am 23. Januar 2024 gemeinsam mit der ESL FACEIT Group einen mehrjährigen, exklusiven Esport-Vertrag angekündigt. An die Stelle der geschlossenen Liga tritt die Overwatch Champions Series (OWCS), ein offener und durchgehend laufender Wettbewerbszirkel. Die ESL FACEIT Group übernimmt die Regionen Nordamerika sowie EMEA, während der koreanische Turnierveranstalter WDG die Region Asien betreut. Damit endet das 2018 gestartete Ligaformat einer Microsoft-Tochter, das auf garantierte Startplätze gegen hohe Gebühren gesetzt hatte.

Wirtschaftlicher Bruch nach dem Ausstiegsvotum der Teams

Vorausgegangen war im November 2023 ein Votum der Franchisenehmer über den Fortbestand der Liga. Mindestens zwei Drittel der Organisationen stimmten für einen Ausstieg aus dem bisherigen Format. Jeder der 20 Slots war zuvor mit einer Abfindung von sechs Millionen US-Dollar für einen Austritt belegt worden. Daraus ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 120 Millionen US-Dollar an Auszahlungen. Damit endet ein Modell, in dem Startplätze in der Spitze zweistellige Millionenbeträge gekostet hatten. Hintergrund des Ausstiegs waren nach übereinstimmenden Berichten sinkende Einnahmen und Zuschauerzahlen bei gleichzeitig hohen Betriebskosten der franchisierten Liga.

Für Microsoft, das Activision Blizzard im Oktober 2023 übernommen hatte, bedeutet die Auflösung der Liga eine spürbare Belastung aus dem Altgeschäft des Esport-Engagements. Statt eigener Liga-Strukturen mit garantierten Plätzen setzt der Konzern nun auf externe Turnierveranstalter, die das wirtschaftliche Risiko des Wettbewerbsbetriebs tragen. Bereits vor dem Closing hatte Activision Blizzard das Xbox-Geschäft maßgeblich gestützt, weshalb die Kosten dieser Altlasten genau beobachtet werden.

Offener Zirkel statt geschlossener Liga

Die Overwatch Champions Series öffnet den Wettbewerb für alle Teams. Über offene Qualifikationen und regionale Turniere in Nordamerika, EMEA und Asien können sich Mannschaften ohne Zahlung millionenschwerer Franchise-Gebühren für die höchste Ebene qualifizieren. Die FACEIT-Plattform stellt dabei die Infrastruktur für Amateur- und Profispieler bereit. Für 2024 waren zwei zentrale Live-Veranstaltungen vorgesehen: der DreamHack Dallas Major Ende Mai bis Anfang Juni sowie die World Finals bei der DreamHack Stockholm im November. An den jeweiligen Hauptevents treten acht Teams an.

Jared Neuss, Executive Producer von Overwatch 2, erklärte, eine lebendige Esport-Szene sei für ein so kompetitives Spiel wichtig. Craig Levine, Co-CEO der ESL FACEIT Group, sprach von einer neuen Ära des Overwatch-Esports, die zugleich die von der Community aufgebauten Traditionen achte. Konkrete finanzielle Konditionen des mehrjährigen Vertrags wurden nicht offengelegt. Wie ernst Microsoft den Wettbewerbsbereich insgesamt nimmt, zeigt das parallele Engagement bei Formaten wie der ESL Saudi Challenge.

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