Auf Kickstarter wird seit September 2019 der Arcade Coder finanziert: ein Spielbrett, auf dem klassische Spiele wie Pong, Space Invaders oder Go gespielt werden. Bevor die Spiele laufen, müssen sie allerdings erst selbst programmiert werden. Das Konzept richtet sich an Kinder und Jugendliche, die spielerisch erste Programmierkenntnisse sammeln wollen.
Zur Programmierung liefern die Entwickler die mobile App Game Studio mit, die zunächst für iOS erschien und inzwischen auch für Android verfügbar ist. Die Anwendung arbeitet mit einem Low-Code-Editor: Funktionen, Methoden, Aufrufe, Variablen und andere Codeschnipsel werden als leicht verständlicher Pseudocode in Bausteinform zusammengesetzt. Fertige Klassiker wie Pong sind bereits vorinstalliert und zeigen anhand des Quelltexts, wie das jeweilige Spiel intern aufgebaut ist. Der Ansatz steht damit in einer Reihe spielebasierter Lernkonzepte wie dem früher erschienenen Let’s Code Minecraft-Videotraining, das ähnliche Programmierprinzipien über eine bekannte Spielwelt vermittelte.
Das Kampagnenziel war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits mit rund 65.000 Euro überfinanziert, die Kampagne lief noch etwa 20 Tage. Als Frühbucher-Preis wurde der Arcade Coder für etwa 90 Euro angeboten. Für Bildungseinrichtungen gab es zusätzlich ein Zehnerpack inklusive Tragetasche und einem zwölfwöchigen Lernkurs auf Steam zum Paketpreis von 1.000 Euro. Die Auslieferung war ab Oktober 2019 geplant.
Das Entwicklerteam begründete das Projekt mit Zahlen aus der Bildungsforschung: 65 Prozent der Kinder würden künftig in Berufen arbeiten, die heute noch nicht existieren. Mit dem Arcade Coder wollen die Macher Programmierlogik über konkrete, spielbare Ergebnisse zugänglich machen statt über abstrakte Übungen.

