Der Hersteller des umstrittenen Anti-Tamper-Systems Denuvo hat einen neuen Ableger namens Denuvo SecureDLC vorgestellt, der verhindern soll, dass nicht korrekt lizenzierter Downloadable Content in Spielen verwendet werden kann. Gemeint sind kosmetische Extras, Erweiterungen oder der Season Pass eines Titels.
Bei den betroffenen Inhalten geht es längst nicht nur um Mikrotransaktionen im Centbereich, sondern teils um erhebliche Summen. Für die maximale Ausbaustufe eines Helden in Diablo Immortal etwa können mittlere sechsstellige Beträge fällig werden. Ließen sich solche Extras illegal deutlich günstiger freischalten, wäre damit trotzdem noch sehr viel Geld zu verdienen, was aus Sicht der Anbieter ein Motiv für den neuen Kopierschutz liefert.
Integration über eine API
Entwickler, die Denuvo SecureDLC in ihren Titeln einsetzen wollen, müssen ihren Quellcode um Zugriffsoptionen für eine entsprechende API erweitern, was laut Hersteller vergleichsweise einfach umzusetzen sein soll. Das System soll anschließend bei Steam, dem Epic Games Store und dem Microsoft Store prüfen können, ob Inhalte korrekt im jeweiligen Itemstore erworben wurden. Ob auch weitere Plattformen wie Battle.net unterstützt werden, ist bislang nicht bekannt.
Unklares Ausmaß des Problems
Offen bleibt, wie groß das Problem tatsächlich ist, das Denuvo SecureDLC lösen soll. Obwohl Free-to-Play-Titel wie Fortnite, Fall Guys und Apex Legends längst Milliardenumsätze erzielen, gibt es bislang keine Berichte über weitverbreitete Manipulationen bei Mikrotransaktionen, abgesehen von Bots zum automatisierten Farmen von Ingame-Währungen, die mit dem neuen System ohnehin nichts zu tun haben. Ein bekannt gewordener Fall betraf stattdessen den FUT-Modus von Fifa: Dort soll mutmaßlich ein Mitarbeiter von Electronic Arts unter der Hand eigene Keys generiert und auf eigene Rechnung verkauft haben.
Denkbar ist zudem, dass Betreiber von Free-to-Play-Spielen durchaus Missbrauch registrieren, diesen aber bislang nicht öffentlich machen und sich stattdessen über die neue Lösung von Denuvo freuen, die dem Hersteller zufolge bereits im Einsatz sein soll.

