Der Entwickler Michael Jentsch hat am 7. Oktober 2017 einen eigenen Test mit einem kostenpflichtigen App-Review-Dienst veröffentlicht. Für 99 US-Dollar ließ er sein Android-Spiel Smart Squares bei mehr als 140 Review-Seiten einreichen, bei Spielen waren laut dem Angebot sogar mehr als 160 Seiten vorgesehen.
Jentsch beschreibt das Angebot aus der Sicht eines kleinen Entwicklers, der für sein fertiges Spiel zunächst nur wenige Downloads verzeichnete. Die Einreichungen sollten manuell erfolgen. Zusätzlich wurden ein Bericht, Hinweise zur Optimierung des Google-Play-Eintrags sowie Vorstellungen auf weiteren Plattformen in Aussicht gestellt.
Mehr Installationen, aber keine breite Wirkung
Vor dem Test zeigte die Google Play Developer Console 22 Installationen auf aktiven Geräten. Rund drei Wochen nach dem Auftrag waren es 25. Jentsch bewertet den Zuwachs als gering und berichtet zugleich, dass mehrere angeschriebene Seiten keine kostenlosen Reviews annahmen, sondern kostenpflichtige Plätze anboten.
Der Erfahrungsbericht nennt außerdem zusätzliche Anrufe aus ausländischen Call-Centern, ohne einen Zusammenhang mit dem Auftrag belegen zu können. Für die Vermarktung kleiner Spiele bleibt damit vor allem die Beobachtung, dass eine hohe Zahl versendeter Review-Anfragen keine Veröffentlichung und keinen deutlichen Download-Zuwachs garantiert.
Der Beitrag ordnet den Versuch in die praktische Arbeit eines Solo- oder Indie-Entwicklers ein. Ein älterer Bericht zu den Lehren aus dem Erfolg von Pokémon Go beschäftigte sich bereits mit der Frage, wie Entwickler die Sichtbarkeit eines Spiels nach dem Start verbessern können.

